Die Bioenergie Wollbrandshausen-Krebeck eG hat am Sonnabend ihre Heizzentrale am Standort Krebeck in Betrieb genommen.

Zahlreiche interessierte Bürger aus Krebeck und den umliegenden Gemeinden informierten sich im Rahmen eines Tages der offenen Tür über die Ausstattung und Funktionsweise der Anlage. Die in der Nähe des Bürgerhauses angesiedelte Heizzentrale versorgt per Wärmetrasse in Krebeck rund 120 Gebäude, vor allem Einfamilienhäuser, mit heißem Wasser, erläuterte Karl Heine, Vorstandsvorsitzender der Genossenschaft, bei einem Rundgang durch das Kesselhaus. Öl-, Gas- und Elektroheizungen würden so komplett ersetzt.

In den angeschlossenen Häusern befinden sich Wärmetauscher und entnehmen die erforderliche Wärmemenge für Heizung und Brauchwasser. Neben der gewonnenen Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern gehört unter anderem auch der Raumgewinn zu den Vorteilen, denn die Übergabestationen sind klein. Die Besucher erfuhren während der Führungen auch, dass die Genossenschaft von den Blockheizkraftwerken erzeugten Strom an den Versorger Eon liefert.

Die Biogasanlage an der Bundesstraße 27 ist zwar noch nicht fertiggestellt. Die an der Heizzentrale positionierten Blockheizkraftwerke sind trotzdem in Betrieb, weil sie auch mit Biodiesel arbeiten, erklärte Heine. Ganz bewusst können zwei Energieträger zum Einsatz kommen, um die Wärmeversorgung im Ort sicherzustellen. „Wenn unsere Biogasproduktion mal nicht funktioniert, dann können wir mit reinem Biodiesel die beiden Blockheizkraftwerke weiter bedienen und laufen lassen“ verdeutlichte der Vorstandsvorsitzende.

Nach dem gleichen Konzept wie in Krebeck wird auch die Heizzentrale in Wollbrandshausen arbeiten. Der Kompensation auftretender Tages-Spitzenlasten dienen zwei je 100000 Liter fassende Wärme-Pufferspeicher, die dann Wärme abgeben, wenn die Wärmeleistung der Blockheizkraftwerke für kurze Zeit nicht ausreichend ist. Solche Spitzenlasten entstehen zum Beispiel morgens, wenn die Heizungsanlagen in den Wohnhäusern aus der Nachtabsenkung „erwachen“ und gleichzeitig sehr viel warmes Wasser benötigt wird.

Von Axel Artmann