In Wollbrandshausen wird tief gebuddelt

Wollbrandshausen. An die Mitte der 60er-Jahre fühlen sich viele Einwohner in Wollbrandshausen in diesen Wochen erinnert: Tiefbauarbeiten, wie damals bei der  Verlegung der Kanalisation, bestimmen das Bild in der Höherberggemeinde, das Fernwärmenetz für die gemeinsame Biogasanlage mit dem Nachbarort Krebeck entsteht. 85 Grad heißes Wasser soll durch die Rohre und Leitungen bis in die angeschlossenen Haushalte fließen. Vorübergehend müssen Anwohner und Pendler mit Einschränkungen leben. Nur einseitig ist derzeit die Seeburger Straße passierbar. Die Bauarbeiten am Betriebsgebäude der neuen Biogasanlage in der Nähe des Krebecker Kreuzes sollen in der kommenden Woche beginnen.

Bioenergie: Ausbau des Streckennetzes in Wollbrandshausen und Krebeck kommt gut voran

VON HEINZ HOBRECHT

Wollbrandshausen/Krebeck.
Ebenso wie in der Nachbargemeinde Krebeck werden in den Straßen von Wollbrandshausen Gräben ausgehoben, Rohre und Leitungen sowie Hausanschlüsse für das Fernwärmenetz der gemeinsamen Biogasanlage verlegt. Regenerative Energie hält Einzug in beiden Dörfern (Tageblatt berichtete). Erinnerungen an die Mitte der 60er-Jahre werden in Wollbrandshausen wach. Seit der Kanalisierung ist in den Straßen der Gemeinde nicht mehr so massiv im Erdreich „gebuddelt“ worden wie in diesen Wochen. In mehreren Kolonnen sind die Mitarbeiter von Tiefbauunternehmenseit Wochen in der Höherberggemeinde tätig. Von einem Blockheizwerk in der Nähe des örtlichen Friedhofs gehen in Wollbrandshausen die Stränge für das Wärmenetz aus. Inzwischen erstrecken sich die Arbeiten bis in die Seeburger Straße und bis zum Dorfgemeinschaftshaus.

Verständnis der Einwohner

An den Abschluss der Kanalisierung im 1966 und die Jahre zuvor erinnert sich Wollbrandshausens Bürgermeister Georg Freiberg (CDU) beim Anblick der Tiefbauarbeiten. „Die Einwohner zeigen großes Verständnis“, erläutert der Ratsvorsitzende. Keinerlei Beschwerden seien bislang laut geworden, berichtet auch
Bauingenieur Gerd Großklags vom Planungsbüro C. Lüdecke aus Northeim, dem die Bauüberwachung obliegt.

GFreiberg

G. Freiberg

Wie Bürgermeister Freiberg berichtet, haben sich im Zuge der Bauarbeiten auch noch Kurzentschlossene zum Kreis der Wärmekunden gesellt. Anfängliche Skepsis gegenüber der neuen Energieform sei gewichen. Auch Josef Sorhage (CDU), Bürgermeister von Krebeck, kann dies bestätigen. Inzwischen gibt es in Krebeck und Wollbrandshausen bereits 240 Abnehmer für die Fernwärme, wie Karl Heine, Vorstand der Bioenergie-Genossenschaft Krebeck-Wollbrandshausen, berichtet. In der
vergangenen Woche hat der Krebecker bei der Verlegung des Hausanschlusses im Kindergarten selbst mit Hand angelegt.

Betriebsgebäude

In der kommenden Woche werde mit dem Bau des Betriebsgebäudes der gemeinsamen Biogasanlage in der Nähe des Krebecker Kreuzes begonnen, berichtet  Heine. Am kommenden Mittwoch, 21. Oktober, findet um 19.30 Uhr eine Mitgliederversammlung im Krebecker Bürgerhaus statt.