Gehäckselter Mais – nie war er für viele Landwirte im Eichsfeld so wertvoll wie heute. In Massen wird der Bio-Rohstoff in diesen Tagen zur Silage in die Biogasanlagen geliefert, damit daraus Strom und Wärme erzeugt werden kann. Zahlreiche Laster und landwirtschaftliche Fahrzeuge sind auf den Straßen unterwegs.

Sowohl in der Biogasanlage des Unternehmens Otto Bock auf dem Breiten Anger in Duderstadt als auch in der noch im Bau befindlichen Anlage der Bioenergiegesellschaft Krebeck/Wollbrandshausen hat inzwischen die Einlieferung nachwachsender Rohstoffe, in der Masse Häckselmais, begonnen. Die Anlage des Duderstädter Landwirts Heinrich Biermann soll ab der kommenden Woche bestückt werden. Fünf Fahrzeuge sollen dort täglich zur Anlieferung eingesetzt werden, bei Otto Bock pendeln sieben Fahrzeuge täglich zwischen Feldern und Biogasanlage, in Krebeck sind drei große Transporter eines Lohnunternehmens auf Achse.

Bereits im dritten Jahr wird in der Otto-Bock-Anlage siliert, wie Betreuer Hans-Hermann Haase berichtet. Rund 2000 Tonnen Häckselmais von insgesamt rund 12 000 Tonnen seien bereits angeliefert worden. In der Biogasanlage Krebeck/Wollbrandshausen sind nach Angaben von Karl Heine, Vorstand der dortigen Bioenergiegesellschaft, bereits 8000 Tonnen siliert worden. Unter den Augen zahlreicher interessierter Einwohner aus beiden Höherbergorten sei die Anlieferung in der Nähe des Krebecker Kreuzes erfolgt, berichtet Heine.
Wie Kreislandwirt Hubert Kellner erläutert, klappt die Anlieferung der Biomassen reibungslos. Im Raum Duderstadt seien die Anfahrtswege vorab mit Polizei und Stadtverwaltung abgesprochen worden. Wenn es dennoch auf den Straßen vorübergehend zu Behinderungen käme, sollte diese in gegenseitiger Rücksicht von den Betroffenen hingenommen werden, sagt der Vorsitzende des Kreislandvolkverbandes Göttingen: „Wenn wir auf Atomkraft verzichten wollen, sollten wir dieses Opfer schon bringen.“

Von Heinz Hobrecht