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gemeinschaftlich, klimaschonend, regional, im Kreislauf

Das sind die Schlagworte, unter deren Motto die Bioenergie Wollbrandshausen - Krebeck eG (BiWoK e.G.) ihre Biogasanlage (BGA) unmittelbar an der B27/Krebecker Kreuzung samt externen Heizzentralen in Wollbrandshausen und in Krebeck mit zusammengenommen 6 BHKW betreibt.

 

Die Biogasanlage der BiWok e.G. liegt zentral zwischen den Gemeinden Wollbrandshausen und Krebeck.

Am Standort der BGA wird ein Teil des erzeugten Biogases direkt zur Prozesswärmegewinnung in den beiden Anlagen-BHKW (Gas-OttoMotoren) verstromt. Das übrige Biogas wird mittels 2 Mikrogasleitungen mit je 1,5 km Länge zu den beiden externen Heizzentralen in die Bioenergiedörfer geleitet, wo es mit je zwei Zündstrahlmotoren verbrannt wird und die angeschlossenen Haushalte über zwei Nahwärmenetzkreise von zusammen 10 km Länge mit Nahwärme versorgt.

 

Zielsetzung

Das Ziel der BiWoK e.G.  ist in erster Linie die klimaschonende Erzeugung von Wärme für die angeschlossenen Genossenschaftsmitglieder bzw. Wärmekunden.

Die Stromerzeugung spielt hinsichtlich der Dimensionierung der BiGA eine nachrangige Rolle, ist aber für die Ökonomie von Bedeutung. Erzeugter Strom wird in das Netz des regionalen Stromanbieters eingespeist.

Nachwachsende Rohstoffe sind der Haupt-Energielieferant für die Biogasanerzeugung. Sie werden von ca. 30 vertraglich an die BiWoK e.G. gebundenen Landwirten der näheren Umgebung angebaut. Für die regionale Landwirtschaft bedeutet das zusätzliche Standbein der Energiepflanzen eine nachhaltige Stärkung. Durch die sich hieraus ergebenden kurzen Lieferwege wird Transport-Energie eingespart.

Des weiteren kommen Schweine- und Rindergülle von etwa 8 Vertrags-Landwirten aus der direkten Umgebung zum Einsatz, die hierbei eine Aufwertung erfährt (siehe Fachinformationen Landwirtschaft).

Die Gärreste werden im Sinne des Gesamtkonzeptes von denselben landwirtschaftlichen Vertrags-Betrieben im geschlossenen Kreislauf als Dünger wieder auf die Felder ausgebracht.

CO2-Ausstoßminderung:260 Alt-Heizungsanlagen (Oel-, Gas- und wenige Elektroheizungen) werden nicht mehr benötigt

 

Auslegung der Anlage

Die BGA der BiWoK e.G. ist in erster Linie so ausgelegt, dass sie die das ganze Jahr über alle 260 genossenschaftlichen Haushalte mit ausreichend Heizwasser beliefern kann. Maximal können 360 Haushalte mit Nahwärme versorgt werden, was zusätzlich einen gewissen Spielraum für die Zukunft bietet (weitere Anschlüsse, Ansiedlung symbiotischer Industriebetriebe).Für die Erzeugung der größten Wärmemenge, die im Winter benötigt wird, wurde die Leistung der BHKW in den beiden Heizzentralen mit insgesamt 
1,0 MW el. gewählt (2 x 250 kW el. je Heizzentrale = 4 x 250 kWel.).

Hinzu kommt der Wärmebedarf der Biogasanlage selbst, die in den Wintermonaten beheizt werden muss, um die für die Gär- und Faulprozesse nötige optimale Temperatur innerhalb der Fermenter (Prozesswärme) zu halten. Dafür sind am Standort der BGA 2 BHKW mit je 380 kWel installiert.

Die max. Gesamtleistung des Biogasprojektes mit 6 BHKW beläuft sich somit auf 1.760 kWel.

Für den wirtschaftlichen Betrieb ist die permanente Erzeugung von genügend Biogas unerlässlich. Die produzierte Biogasmenge muss ausreichend groß sein, so dass die installierten BHKW mit der Gesamtleistung von 1,760 MWel an ca. 7.600 Stunden im Jahr auf Vollast laufen können. Dabei sind Ausfallzeiten von ca. 1.160 Stunden berücksichtigt, die dadurch entstehen, dass die BHKW nicht durchgängig  unter Vollast laufen müssen und zudem regelmäßig Wartungsarbeiten anfallen.

In der Biogasanlage werden jährlich ca. 29.000 t Nachwachsende Rohstoffe (NawaRo) wie z.B. Silomais (ca. 25.000 t) und Getreide-Ganzpflanzensilage (ca. 4.000 t) sowie ca. 16.000 t Rindergülle in der Anlage vergärt und daraus ca. 6 Millionen m3 Biogas gewonnen.

Die Anlagen-Fahrweise ist thermophil.

Biogasanlage - Konzept

Quelle der Abbildung: Firma AgriKomp GmbH

In den Rubriken „Landwirtschaft“ und „Biogasanlage, Unterkapitel Gärbiologie“ werden weitere Informationen bereitgestellt und Zusammenhänge vertiefend erläutert.

Bilder

Bauphase

Baubeginn Juli 2009 - Winterpause/Baustopp:22. Dezember 2009 bis 14. März 2010 (der anhaltend kälteste Winter seit Jahren) - Fertigstellung:Sommer 2010 (Bereits im Mai 2010 konnte die erste von zwei Gärstrecken in Betrieb genommen werden) -  Für das erste Produktionsjahr hatten 22 Landwirte bereits in 2009 auf einer Ackerfläche von insgesamt 370 Hektar Fläche Mais angebaut.


Bau der Fahrsilos


Erste Ernte 2009


Biogasanlage im Winter 2009/2010


Bauteile für die Paddelgiganten (Rührwerke in den Fermentern), ...


... sind angeliefert.


Die Holzbalkendecken werden in die Fermenter eingebaut, durch die das Biogas
in das auffangende Foliendach, die "Biolene" hochströmen wird.


Die Holzbalkendecke fungiert als Abscheider für schwefelhaltige Substanzen
im aufsteigenden Gasgemisch, die an den Holzbalken auskristallisieren.

Biogasanlage heute


Seit Juli 2010 ist die neu errichtete Biogasanlage an der B27 unter Betrieb und erzeugt Biogas, 
welches die "Biolene" füllt und hochwölbt. Die Anlage mit 2 Gärstrecken wird über 
je eine Beschickungsanlage pro Gärstrecke, den "Vielfraß" befüllt (Foto Bärwald).


Unsere Biogasanlage heute
(Fahrsilos unterer- und Wirtschaftsgebäude rechter Bildrand, Foto: Bärwald)

überarbeitet 10.05.11
Bauschild Zahlen korr 13.05.11

awiso

Anlage Biogasanlage Folge 1 Rohstoffe zum Download (1829 KB, PDF)

Anlage Biogasanlage Folge 2 Gärprozess zum Download (853 KB, PDF)

Anlage Biogasanlage Folge 3 Gärreste zum Download (272 KB, PDF)

Anlage Biogasanlage Folge 4 Biogas zum Download (812 KB, PDF)