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Mein Tomatenexperiment 2011

Die Tomatenpflanzen wachsen immer noch, aber sie blühen bereits.

Die letzten Wochen meines Tomatenexperimentes sind mit sorgsamem Gießen und Anbinden sowie gewissenhaftem Ausgeizen der kleinen Blattachseltriebe auf beiden Seiten vergangen. Auch die fehlenden Stangen habe ich inzwischen nachgerüstet.

Samstag, der 4. Juni 2011


Anfang Juni waren die ersten geöffneten gelben Blüten zu sehen. 
In jedem Topf stecken jetzt 6 Stangen zum Fixieren der Pflanzen.
Dazwischen steht der Pflücksalat, von dem wir dieses Jahr schon mindestens 
5 Familienportionen gepflückt haben - und er wächst immer wieder voll hoch 
(hat dieses Jahr auch Gärreste abbekommen - habt Ihr Euch schon gedacht? - hm ...).

Dienstag, der 14. Juni 2011

Meine Tomatenpflanzen danken mir diese Fürsorge mit kräftigem Wuchs - auch von ganz unten! Die regelmäßige Kontrolle der Hauptstengel bringt doch immer wieder zu Tage, dass sich Blattachseltriebe klammheimlich von ganz unten nach oben schummeln wollen. Heute habe ich auch wieder vier entdeckt und gnadenlos abgezwickt (zwei auf jeder Seite). Früher habe ich sie ja schon mal gewähren lassen, aber wenn ich einen einigermaßen realistischen Vergleich haben will, muss es in meinen Tomatentöpfen gerecht zugehen. Also: Wehe den Blattachseltrieben, die ich erwische - ab und weg damit!!


Mitte Juni ist die Blüte der Kirschtomaten in vollem Gange, ebenso, wie das weitere Wachstum. 
Ach ja, für diejenigen, die Folge 1 noch nicht gelesen haben: 
Links sind die Kirschtomaten mit Pferdeäpfeln und rechts mit Gärresten gedüngt. 
Der gärrestegedüngte Pflücksalat in der Mitte ernährt uns immer noch mit üppigen grünen Blättern.

Wie man sehen kann, hat sich der anfangs deutlich geringere Wachstumsfortschritt der Tomaten mit Pferdeäpfeln als Kraftnahrumg dem anfangs rasanten Wachstum der mit Gärresten gedüngten Tomaten etwas mehr angeglichen. Der Größenunterschied ist geringer geworden, aber noch erkennbar.

In beiden Töpfen haben Kirschtomaten mit kleinen gelben Blüten besetzte Blütentriebe angesetzt. Beim Pferdeäpfeltopf habe ich 14 und beim Gärrestetopf 15 gezählt.


Aus der Nähe kann man die Blüten besser erkennen. 
Die Pflanzen im Gärrestetopf auf der rechten Seite haben noch immer ein wenig "die Nase forne".

Gestern hat mir ein Freund erzählt, dass es bei Jugend Forscht oder so schon einen Versuch gegeben habe soll, bei dem Tomaten in 2 schalldichten Räumen gezogen wurden. In einem der beiden schallisolierten Zimmer wurde den Pflanzen ein paar Mal am Tag klassische Musik vorgespielt. Das Wachstum dieser Pflanzen soll deutlich stärker gewesen sein.

Nun, die Musikbeschallung ist bei meinen Tomaten auf beiden Seiten gleich. Vogelgezwitscher, Hühnergegacker, Hummelgebrumm, laute Jugendlichenmusik, Tellergeklapper und Erwachsenengeplapper, abends leise Fernseh- bzw. Schnarchgeräusche, vielleicht das leise Trippeln einer Maus und ab und zu der Rasenmäher.

Auch mein Mann bleibt bei seinem abendlichen Rundgang durch den Garten vor dem Tomatenzelt stehen und zollt dem Wachstum der Pflanzen auf beiden Seiten gleichermaßen Beachtung - oder hat er etwa schon Tomatenhunger und überlegt, wo er wohl zuerst welche pflücken kann? Na ja, da muss er sich noch gedulden.

Ach ja, in Zeiten von Ehec möchte ich darauf hinweisen, dass das Biogas-Gärsubstrat zwischen dem Hauptfermenter und dem Nachgärer unserer Anlage durch den sog. "Güllekocher" (geschützter Produktname der Firma Agrikomp) gepumpt und dort auf über70 °C erhitzt wird. Dies dient neben einem verbessertem Aufschluss der Rohstoffe der Hygienisierung des Substrates von schädlichen Keimen.

Wie die Früchte wohl werden? ich habe ja genug begeisterte Tomatenesser in meinem Haushalt. Vielleicht werde ich es machen, wie bei "Galileo" im Fernsehen und allen Probierhäppchen vorsetzen, ohne dass sie wissen, aus welchem Topf sie stammen? Mal sehen.

Bis dahin erst mal Geduld und auf jeden Fall schöne Sommertage wünscht Euch Eure
rasende Reporterin.

awiso 14.06.2011

 

Die CDU-Landratskandidatin, Frau Dinah Stollwerck-Bauer sowie die CDU-Kandidatin für das Amt des Bürgermeisters der Samtgemeinde Gieboldehausen, Frau Marlies Dornieden, besichtigten unsere Biogasanlage.

Josef Rudolph, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Krebeck/Renshausen, hatte die beiden Politikerinnen sowie interessierte Parteifreunde und Bürger am Dienstag, den 17. Mai 2011 zur Besichtigung unserer Biogasanlage eingeladen.

So trafen wir uns auf der Biogasanlage, wo die Besuchergruppe (darunter auch die Bürgermeister beider Bioenergiedörfer) die Gäste aus der Politik in ihre Mitte nahm und stetig bis auf 14 Personen anwuchs. Auch Paul Otto sen., stets interessierter Krebecker Ehrenbürgermeister, war mit von der Partie.

Dann ging es los. Bei der Begehung der Biogasanlage erläuterte Karl Heine, Vorstandsvorsitzender der Bioenergie Wollbrandshausen-Krebeck e.G. (BiWoK e.G.), Funktionsweise, Größenordnungen und Zukunftspotentiale unserer Anlage.



Marlies Dornieden, Dinah Stollwerck-Bauer, Paul Otto sen. und Karl Heine (von links).

Wichtig waren dabei Karl Heine und Josef Sorhage, Aufsichtsratsvorsitzender der BiWoK e.G. und Bürgermeister von Krebeck, neben vielen anderen Aspekten auch der Hinweis auf das gewählte Genossenschaftsmodell der Betreibergesellschaft. Denn die Anlage ist eine sog. „Bürger-Biogasanlage“ und wird von den Bürgern der Orte Wollbrandshausen und Krebeck gemeinschaftlich getragen. Entsprechend groß ist die Identifikation der Wollbrandshäuser und Krebecker Menschen mit „ihrer“ Anlage.


Josef Sorhage wies besonders auf die enorme Leistung der Bürgergemeinschaft bei diesem Projekt hin.

So mancher hat schon gestaunt, was zwei kleine Dörfer, wie Krebeck und Wollbrandshausen, durch Bündelung ihrer Stärken und Potentiale so alles stemmen können. Traditionell waren und sind jedoch Einsatzwille, Durchhaltevermögen, Zusammenhalt und Gemeinschaftssinn der Bürger der beiden zusammenarbeitenden Bioenergiedörfer des Landkreises Göttingen stark. Nur auf dieser Basis kann man so viel erreichen!

Auch die Politikerinnen stellten viele Fragen zum Thema Bioenergie und Landwirtschaft. So war z.B. auch die häufig diskutierte „Vermaisung“ der Landschaft ein Thema. Hierzu stellte Karl Heine klar, dass die Mais-Anbauflächen für die Biogasanlage lediglich ca. 7 % ausmachen.


Karl Heine erläuterte bioenergetische Zusammenhänge der thermophil gefahrenen Anlage.

Ratsherr Manfred Bleckert aus Renshausen wies im weiteren Zusammenhang mit der Kontroverse zwischen dem Getreide- und Maisanbau sowohl als Energierohstoff als auch als Nahrungsmittel für Mensch und Tier darauf hin, dass die Landwirte in früheren Jahren ja 20 % (später 15 % und schließlich 10 %) ihrer Agrarflächen stillegen mussten. Diese verordnete Brache wurde sogar subventioniert. Heute wird ein Teil dieser Flächen für den Anbau von Energiepflanzen genutzt. Der Anbau nachwachsender Rohstoffe nimmt also den Nahrungs- bzw. Futtermitteln Getreide und Mais keine Fläche weg.

Wikipedia sagt dazu:
"Die Flächenstilllegung ist ein agrarpolitisches Instrument, um die Menge landwirtschaftlicher Produkte auf dem Markt zu steuern. Sie wurde in der Europäischen Union (EU) Ende der 1980er Jahre im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) eingeführt, um die damalige landwirtschaftliche Überproduktion zu begrenzen. In der Folge einer verstärkten Nachfrage nach Agrarprodukten wurde die Flächenstillegung in der EU im Jahr 2009 abgeschafft."
Quelle, abgerufen am 20.05.2011: http://de.wikipedia.org/wiki/Flächenstilllegung


Unterwegs auf dem Gelände unserer Biogasanlage


Besichtigung der Steuerzentrale zwischen den Fermentern

Zwischen den Haupt- und Nachgärungsfermentern wollten dann alle Teilnehmer die Gasproduktion life miterleben und die „Gärsuppe“ mal so richtig „blubbern“ sehen. Karl Heine leuchtete und keiner ließ sich diese Gelegenheit entgehen.


Die Politikerinnen aus Samtgemeinde und Landkreis beim Blick in den Fermenter


Wie alle anderen, schauten auch Ehrenbürgermeister Paul Otto sen. und 
Georg Freiberg, Bürgermeister von Wollbrandshausen, 
den Bakterien gerne mal bei der Arbeit zu ...


… und freuen sich über den Erfolg ihrer Bürgeranlage.


Die weitere Besichtigungstour führte an den Gasaufbereitungs- und Übergabestationen
(Weiterleitung des Biogases über Mikrogasleitungen zu den externen Heizzentralen) und ...


... an den „Güllekochern“ (Erhitzung des Substrates aus dem Hauptfermenter auf 80°C 
zur Hygienisierung sowie zur Aufschließung z.B. von Samen und Weiterleitung an den Nachgärer) vorbei.

Zum Ende der sehr interessanten Besichtigung wurden Gruppenaufnahmen mit den Politikerinnen erbeten. 
Unserer Biokuh hat es anscheinend gefallen, denn sie war ganz brav und sehr fotogen. Vielleicht hat sie gedacht, sie sei bei einem Casting (womit sie vielleicht nicht einmal so unrecht hätte).


Vorstandsvorsitzender Karl Heine (vorne links) und CDU-Ortsverbandsvorsitzender Josef Rudolph (vorne rechts) 
mit Frauen- und Männerpower aus der regionalen Politik vor den Fermentern.
Ja klar, Bürger-Bioenergiedörfer haben mit ihren Bürgermeistern und Räten 
stets auch sehr motivierte und motivierende Kommunalpolitiker, wie man am Ergebnis sieht.


Ein weiteres Bild wurde erbeten mit Vorstand Karl Heine, 
der als gelernter Bankmensch die gesamte Logistik der Anlage und ihre Zahlen gut im Blick hat.

Vielleicht sehen wir ja Frau Dornieden und Frau Stollwerk-Bauer als einsatzfreudige und bürgernahe Samtgemeindebürgermeisterin bzw. Landrätin wieder? Die Zukunft, sprich die kommende Wahl wird es erweisen.

Am Schluss fuhren wir alle mit vielfältigen Eindrücken wieder nach Hause - und für die, die nicht dabei sein konnten, habe ich (wie stets) ein paar Fotos gemacht.

Es grüßt Euch Eure rasende Reporterin

awiso 19.05.2011

 

Mein Tomatenexperiment 2011

Hallo, hier bin ich wieder – Eure rasende Reporterin. Heute will ich Euch von meinen leckeren Kirschtomaten erzählen, die ich jedes Jahr in meinem Tomatenzelt heranwachsen lasse. Normalerweise tragen sie bis in den späten Herbst hinein Früchte und meine 4 Männer naschen gerne davon!

Bereits vor den Osterferien hatte ich aus einem Samentütchen – wie jedes Jahr - mit Hilfe von Torfquelltöpfchen kleine Tomatenpflänzchen herangezogen und pikiert. Dann haben wir unseren Opa in Süddeutschland besucht, wiel Spaß und – speziell meine Person – viel Zeit für kreative Ideen gehabt: "Was wäre denn z.B., wenn man mal einen Tomatentopf mit Gärresten anstelle mit Pferdeäpfeln als Dünger ansetzen würde? Hm ..."

Gedacht, getan: 
Kaum wieder aus dem Urlaub zurück, habe ich mir von der Biogasanlage ein Eimerchen "duftfreie", feste Gärreste geholt und von der Reithalle eins mit „duftenden“ Pferdeäpfeln. Ein Tomatenpflanzenvergleich sollte es werden, so die Idee.

Ostersamstag, der 23. April 2011

Am Ostersamstag wurden gleich die zarten Pflänzchen von Pflegemutter Kerstin abgeholt, wo sie während unserer einwöchigen Abwesenheit liebevoll umsorgt worden waren. Dann stürzte ich mich in den Gartenschuppen und wühlte wild polternd darin herum, bis ich zwei identische Töpfe gefunden hatte. Anschließend kämpfte ich mit den Alu-Stangen und der Folie von meinem Tomatenzelt. Aber schließlich stand es endlich. So, nun konnte es losgehen:

Beide Töpfe wurden mit einem Gemisch aus gleichen Teilen gekaufter Erde, Maulwurfshügelerde aus unserem Garten und Dünger etwa zu zwei Dritteln gefüllt. Beim linken Topf bestand der Dünger aus Pferdeäpfeln, beim rechten aus Gärresten. So weit so gut.

Da ich – wie man auf dem Foto ja sieht - mengenmäßig mehr Gärreste zur Verfügung hatte als Pferdeäpfel, bekamen der Pflücksalat (Senfsaat) und meine Bodendecker neben unserem Sommersitz unter der Kastanie auch noch etwas ab. In den einen Tomatentopf kam genauso viel Gärrest als Kraftnahrung hinein, wie Pferdeäpfel in den anderen. Dann wurden die Tomatenpflänzchen mit zusätzlicher Gartenerde aus dem Sack in die Töpfe eingepflanzt. Klar habe ich darauf geachtet, die Pflänzchen gerecht und unparteiisch zu verteilen.


Das Tomatenexperiment wird vorbereitet mit gleichen Anteilen Düngerkraftnahrung
- links mit Pferdeäpfeln und rechts mit Gärresten.

Dieser Versuch erhebt wirklich nicht den Anspruch einer wissenschaftlichen Versuchsreihe, aber ich bin halt neugierig und spontan – mal sehen, was meine Kirschtomaten dazu sagen...

So sah das Ergebnis dann am Abend des Ostersamstags aus. 
Links Tomatensetzlinge mit Pferdeäpfeldüngung, rechts mit Gärresten als Dünger. 
Dazwischen steht der Pflücksalat.

 

Freitag, der 29. April 2011

Heute habe ich endlich meinen wasserfesten, grünen Dickmalstift gefunden und die Töpfe im Tomatenzelt beschriftet. Hm, sollten die Pflänzchen im Topf mit den Gärresten wirklich etwas kräftiger sein? Na, auf jeden Fall habe ich gleich ein Foto gemacht. Da könnt Ihr Euch selbst ein Urteil bilden.


Experiment am Freitag nach Ostern, abends.


Die Pflänzchen im Topf rechts (Gärreste) scheinen ein bisschen kräftiger zu sein. 
Naaa? Abwarten und nächste oder übernächste Woche noch mal gucken.

 

Mittwoch, den 11. Mai 2011

Inzwischen habe ich schon alle meine Stangen zum Anbinden der Tomaten ins Zelt gesteckt. Leider habe ich bloss 7 Stück. Deshalb will ich demnächst noch 1 neu dazukaufen, denn es sollen ja auf beiden Seiten gleich viele Stangen zum Befestigen zur Verfügung stehen.

Im Moment sind die Tomatenpflanzen in der mit Gärrest gedüngten Erde (rechts) eindeutig auf dem Vormarsch. 
Auch der Pflücksalat in der Mitte (hat auch Gärreste abbekommen) entwickelt sich üppig.

Übrigens: Feste Gärreste von unserer Biogasanlage kann man auch als Kompostverbesserer nutzen! Probiert es mal aus und streut ab und zu ein paar Handvoll zwischen Eure Haus- und Gartenabfälle im Komposter.

In einigen Wochen geht es weiter mit meiner Tomatengeschichte!

Es grüßt Euch Eure rasende Reporterin, die ja nicht neugierig ist - aber doch alles wissen will!

awiso zuletzt 12.05.2011

Start der sog. "kleinen Ernte": Grünroggen für die Biogasanlage

"Ich bin auf der Anlage! Wir haben heute mit der Ernte angefangen!" brüllte Karl Heine am Dienstag vormittag in sein Handy, als ich ihn anrief. Im Hintergrund hörte man einen Kanon mehrstimmigen Motorengebrumms. Schon war meine Neugier geweckt.

 


Schnell Kamera, Haus- und Autoschlüssel eingesteckt - und nix wie hin zur Biogasanlage der Bioenergie Wollbrandshausen-Krebeck e.G. - "to use Biogasanlage", wie ein platt sprechendes Genossenschaftsmitglied sagen würde.

 

Vorher hat mein Auto mit mir noch rasch einen Abstecher nach Wollbrandshausen gemacht, wo einige Grünroggenfelder zu finden waren. Südöstlich von Wollbrandshausen wurden wir fündig und gerieten dabei in eine fast paradiesische Idylle:

Klar, ein Grünroggenfeld ist nett, wenn es ordentlich abgemäht ist, aber nicht besonders paradiesisch. Aber direkt nebenan bearbeitete ein Landwirt seinen Acker für die Einsaat und hinter seinem Trecker marschierten 10 (!) Störche hin und wieder her, ließen sich vom Lärm nicht stören und pickten, was es da zu picken gab. 2 Reiher und etliche kleinere Vögel waren auch da und über der ganzen Gesellschaft schwebten 2 Raubvögel.

Ganz langsam angeschlichen und auf den Auslöser gedrückt.

Auf dem weiteren Weg durch die Feldflur hatte ich dann noch einen wirklich netten Schwatz mit einem ebenso netten einheimischen Landwirt, so etwas macht einen fröhlich für den ganzen Tag.

Hinter dem Wollbrandshäuser Friedhof, schräg gegenüber der Heizzentrale entdeckte ich dann den Häcksler, der die abgemähten Grünroggenhalme aufnahm, zerkleinerte und in den Erntewagen des parallel fahrenden Treckergespanns abblies.


Grünroggenernte bei Wollbrandshausen


Erntehäcksler und Treckergespann sind aufeinander eingespielt

Das hatte schon mal prima geklappt. Nun konnte ich zur Biogasanlage fahren - wie die Erntewagen auf dem kurzen Weg über die B27.
Auf dem Gelände der Anlage war reger Betrieb. Erntewagen fuhren über die Waage ein und aus. Auf dem freien Platz im großen Fahrsilo wurde der Grünroggen abgeladen. Der große Frontlader verteilte die Ladung. Eine weitere schwere Maschine verdichtete die Silage.


Die Grünroggenernt wird abgeliefert ...

Das leere Erntewagen-Trecker-Gespann fährt zurück zum Feld.

Klar, wenn man stolz ist auf sein Gemeinschafts-Projekt, fährt man nach der Arbeit erst mal dort hin zum Gucken, ganz besonders an so einem Tag. Und so konnte man den Vorsitzenden von Vorstand (Karl Heine) gemeinsam mit dem vom Aufsichtsrat (Josef Sorhage) am Nachmittag die Ernte beobachten und fachsimpeln sehen. Und die beiden waren nicht die Einzigen. Unsere Genossenschaft kann sich sehen lassen ...


Wo was los ist, ist auch Krebecks Bürgermeister Josef Sorhage zu finden.

Bis spät in der Nacht waren die Maschinen aktiv. Noch als ich um 22 Uhr vom Qigong nach Hause fuhr und von der B27 nach Krebeck abbog, sah ich im Dunkeln ihre Scheinwerferaugen über den größer werdenden Silageberg wandern.

Das war doch wieder ein interessanter Tag - dem sicher noch weitere folgen werden. Wer seit der letzten Mitgliederversammlung ein Passwort fürs Intranet sein Eigen nennt, kann sich noch weitere Fotos von der "kleinen Ernte" unter Landwirtschaft/Ernte-Infos anschauen.

Also bis bald mal wieder!

Es grüßt Euch Eure rasende Reporterin

awiso 4.05.11

Am Donnerstag, den 7. April 2011 besichtigte eine größere Besuchergruppe die Biogasanlage der Bioenergie Wollbrandshausen-Krebeck e.G. und die Heizzentrale in Wollbrandshausen.

Der Gruppe gehörten an:

  • Mitglieder der Verwaltung des Landkreises Wolfenbüttel, des Ausschusses für Umwelt, Landwirtschaft, Bauen und Sicherheit sowie 11 Landwirte des Landkreises Wolfenbüttel
  • der Bürgermeister der Gemeinde Liebenburg, ein Vertreter vom EFZN, einem Vertreter der Harz-Energie sowie zwei Landwirten aus dem Landkreis Goslar
  • eine aus Akteuren des Bioenergie-Regionen-Projektes bunt zusammengesetzte Gruppe aus der Gemeinde Ludwigsfelde

 


Begleitet wurde die mehr als 40 Personen starke Besuchergruppe von Dr. Marianne Karpenstein-Machan,  Wissenschaftlerin an der Universität Göttingen und im Interdisziplinären Zentrum für Nachhaltige Entwicklung (IZNE) der Universität (Koordinatorin des Projektes "Das Bioenergiedorf").

 


Ankunft der an Bioenergie interessierten Besucher

Sehr gefragt waren unser "know how" bei der Planung und der Ausführung unseres Bioenergieprojektes samt Nahwärmenetz und externen Heizzentralen sowie unsere bisherigen Betriebserfahrungen. Unsere Erfahrungen sollten dabei helfen, eigene Projekte zu entwickeln und aufzubauen. Vorstand Karl Heine führte die Gäste über die Anlage und stellte sich kompetent allen Fragen.


Begrüßung durch Vorstand Karl Heine und die Bürgermeister Georg Freiberg (Wollbrandshausen) und Josef Sorhage (Krebeck)


Frau Karpenstein-Machan vom IZNE Göttingen aufmerksam inmitten der Besucher, ...


... die eine eigene Bioenergieregion aufbauen wollen und 
daher den Ausführungen von Karl Heine ...


... sehr gespannt lauschten.


Besichtigung der Biogasanlage am Krebecker Kreuz der B 27


"An der Abgabestation wird das Biogas über eine Mikrogasleitung zu den externen Heizzentralen geleitet", erklärte Karl Heine.

 


Vorstand Karl Heine gab Informationen zu den Gärrestelagern.


Die Besucher zeigten großes Interesse, hörten konzentriert zu und stellten viele Fragen


So ganz nebenbei konnte man nicht nur unsere schöne Biogasanlage bewundern, 
sondern auch unsere fleißigen und in mehr als einer Hinsicht flotten Mitarbeiter.

Auch die Heizzentrale in Wollbrandshausen, von der die Wollbrandshäuser Ring-Wärmeleitung ausgeht, wurde angesehen:


Die Besuchergruppe aus den Landkreisen Wolfenbüttel und Goslar sowie aus Ludwigsfelde bei der Satellitenheizzentrale in Wollbrandshausen.

Zum Ende des Besuchs fanden sich alle Teilnehmer im Dorfgemeinschaftshaus in Wollbrandshausen ein. Dort zeigte Bürgermeister Georg Freiberg zunächst die dortige Wärme-Übergabestation.


Bürgermeister Georg Freiberg bei der Übergabestation.

Anschließend wurden im großen Saal des Hauses bei einer kleinen Stärkung von Josef Sorhage und Georg Freiberg letzte Fragen beantwortet, bevor die Gäste ihre Heimreise antraten.


Ausklang der Besichtigungstour bei einem kleinen Imbiss im Dorfgemeinschaftshaus in Wollbrandshausen.

Genauso, wie unsere eigenen Arbeitsgruppen damals, ganz zu Beginn der Planungsphase unseres eigenen Bioenergieprojektes zu bereits installierten Bioenergiedörfern gefahren sind, die dortigen Anlagen in Augenschein genommen und Fragen über Fragen gestellt haben und randvoll von Eindrücken, erhaltenen Antworten und Erkenntnissen nach Wollbrandshausen bzw. Krebeck zurückgekehrt sind - genauso wird es wohl nun auch dieser Gruppe gehen.

Wir jedenfalls wünschen allen Teilnehmern eine entsprechend den individuellen örtlichen Erfordernissen und Möglichkeiten erfolgreiche Umsetzung ihrer geplanten Bioenergieprojekte.

awiso 15.04.11