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Unsere in der Bioenergie Wollbrandshausen-Krebeck e.G. (BiWoK e.G.) genossenschaftlich organisierte Bürger-Biogasanlage am Krebecker Kreuz der B27 wurde für einen Dokumentarfilm des südkoreanischen Fernsehens gefilmt.

Der Drehtermin war durch Prof. Volker Ruwisch von der Hochschule Harz vermittelt und von dem in Deutschland lebenden Dolmetscher Herrn Tae Kun Kim (Familienname im Text jeweils unterstrichen) angefragt worden.

Ziel des Filmprojekts ist es, die südkoreanischen Zuschauer auf die Notwendigkeit der Nutzung Erneuerbarer Energien aufmerksam zu machen. In einem geplanten zweiteiligen Dokumentarfilm sind die Dreharbeiten in Deutschland hauptsächlich dem zweiten Teil gewidmet, der den Arbeitstitel trägt:

„Die Energie-Städte, die von der Autarkie träumen“

Vor diesem Hintergrund wurden Dreharbeiten und Interviews im Bioenergiedorf Jühnde sowie auf unserer Biogasanlage samt den externen Heizzentralen in Wollbrandshausen und Krebeck durchgeführt.

Am Vormittag des 15. Juli 2011 traf das Filmteam aus Süd-Korea dann putzmunter auf unserer Biogasanlage ein. 
Es bestand neben dem Dolmetscher Herrn Kim aus 3 weiteren Personen - dem Produzenten Herrn Jee-HyonKim, dem Kameramann Herrn Tae-Kun Kim und dem Assistenten Herrn Myoung-Kuk Han.

 
Karl Heine, Vorstandsvorsitzender der BiWoK e.G., begrüßte den Dolmetscher und 
den Produzenten der geplanten südkoreanischen Dokumentation über erneuerbare Energien.

Dann ging es sofort los. Dem Kameramann war es am liebsten, wenn auf der Biogasanlage Bewegung herrschte. Da an diesem Tag etliche Landwirte mit ihre Gespannen feste und flüssige Gärreste von der Anlage abholten, um sie als Dünger auf ihren Feldern auszubringen und den biologischen Kreislauf zu schließen, war das kein Problem.


Es war was los auf unserer Biogasanlage!

 
Produzent Herr Jee-Hyon Kim und Dolmetscher Herrn Tae Kun Kim
besprachen auf Deutsch vermittelte Anlagendetails und -besonderheiten 
immer wieder zwischendurch.


Das Filmproduktionsteam in Aktion – von links: Kameramann Herr Tae-Kun Kim, Assistent Herr Myoung-KukHan, 
Dolmetscher Herr Tae Kun Kim und Produzent Herr Jee-Hyon Kim.


Natürlich wurde unser Bauplakat abgefilmt. Bloß gut, dass es kurz zuvor auf aktuellen Stand
gebracht worden war. Warum? Seit Februar 2011 haben wir ja 6 BHKW anstelle von zuvor 5. 
Hierdurch haben sich etliche Zahlenwerte auf dem Plakat geändert.


Als BiWoK e.G. Mitarbeiter Raimund Helmrich die überhängende Silage im größten Silo 
per Radlader und einer Art daran montierter verlängerter Harke herabholte, 
waren Kameramann und Assistent samt technischer Ausrüstung auch bald dort.


Die Anlagen-BHKW waren ebenfalls lohnende Filmobjekte - und bei der Ausstrahlung der Doku 
im südkoreanischen Fernsehen dürften die Zuschauer auch deutlich hören, wie eifrig 
die beiden Gas-Ottomotoren-BHKW arbeiten und Biogas in Strom und Prozesswärme zur 
Fermenterbeheizung verwandeln (Verfahrenstemperaturbereich: thermophil bzw. mehr als 50°C).

Schließlich wurde Karl Heine zum Interview gebeten. Es war nicht ganz einfach, bei der regen Verkehrstätigkeit auf der Anlage einen halbwegs ruhigen Ort zu finden. Aber die große Garage des Hauptgebäudes bei der Wiegestation fand die Billigung des Aufnahmeleiters. 
Und nachdem Karl Heine verkabelt und so positioniert war, dass man im Hintergrund die Fermenter sehen konnte, ging es los.


Karl Heine stellt sich dem Interview

Die Fragen drehten sich um die allgemeine Erklärung des Funktionsprinzips sowie der Besonderheiten unserer Biogasanlage und um die Entwicklungsgeschichte des Bioenergie-Gemeinschaftsprojekts der Bioenergiedörfer Krebeck und Wollbrandshausen.


Vorstand Karl Heine antwortete geduldig und routiniert auf alle Fragen. 
Kleine Unterbrechungen der Aufnahmen oder Wiederholungen von Interview-Sequenzen 
dienten dazu, Gesagtes zu übersetzen oder Kameraposition und Licht zu optimieren. 
Die Aufnahmen sollten ja schließlich auch perfekt sein.

Nachdem die Dreharbeiten auf der Biogasanlage abgeschlossen waren, führte ich das Team noch zu den Heizzentralen in Wollbrandshausen und Krebeck und zu einem Aussichtspunkt auf dem Südhang des Höherberges mit gutem Blick zur Biogasanlage.


Aufnahmen der beiden Zündstrahl-BHKW in der Heizzentrale in Wollbrandshausen.

Am Nachmittag begleiteten die Filmer aus Südkorea dann auch die englischsprachige Führung der International Summer School der Hochschule Harz mit Prof. Volker Ruwisch und zahlreichen Studenten aus aller Welt.

Den Bericht zum Besuch der International Summer School der Hochschule Harz auf unserer Biogasanlage findet der geneigte Leser gesondert auf dieser homepage unter „Aktuelles“.


Dolmetscher Herr Tae Kun Kim stellt der Gruppe der International Summer School 
das Filmteam und den Zweck der Aufnahmen vor.


Nun war richtig Leben auf der Anlage (Treckergespanne fuhren hin und her und 
die Studenten, Prof. Ruwisch und ich wuselten zwischen den Fermentern herum) -
und der Kameramann war  - glaube ich - hoch zufrieden.


Vermutlich wird die International Summer School demnächst auch in Südkorea im Fernsehen zu sehen sein.

Das Filmteam hatte insgesamt etliche Filmsequenzen angefertigt und Informationen erfragt, aus denen sie den Dokumentarfilm zum Thema Erneuerbare Energien nach ihrer Heimkehr in Südkorea erarbeiten wollen.

Wir wünschen der südkoreanischen Bevölkerung viel Kreativität und Erfolg auf ihrem Weg zu Erneuerbaren Energien.

Biogasanlagen, Windräder und Fotovoltaikanlagen - so meine persönliche Meinung - besitzen ungleich weniger Gefahrenpotential als Kernkraftwerke. Wie wenig der Mensch die Atomtechnik in der Realität beherrscht, haben die Menschen in Japan und zuvor in Russland ja leidvoll erfahren müssen. Und sie werden die Folgen noch sehr lange Zeit zu verkraften haben. 

Außerdem sind Erneuerbare Energien, wie der Name schon sagt, nicht an die knapper werdenden fossilen (nicht erneuerbaren) Energieträger gebunden und zugleich umweltschonender als diese (durch Tanker- und Bohrinselunfälle ölverseuchte Meere, ölverseuchte Landschaften in Borgebieten, CO2-Bilanzen, Transportwege usw.). 

Müssten die Kosten der durch Atomkraftwerke, Endlagerung, Ölförderung und -transport usw. erzeugten Umweltschäden in die Bilanzen der Erzeuger fossiler und atomarer Energien angemessen mit einbezogen werden, wären wir schon unendlich viel weiter: 
denn:
Was mag wohl der generationenübergreifende ökologische Schaden (an Mensch und Natur) durch einen Atomunfall in seiner Gesamtheit kosten? Kann man das überhaupt in Zahlen fassen? 
Wie hoch mögen die Kosten der Meeresverseuchung durch monatelang austretendes Öl tief unterhalb einer verunfallten Ölplattform sein? Werden das vielleicht erst unsere Urenkel wirklich wissen?

Wir selbst haben 3 Kinder, bemühen uns um einen sparsamen Umgang mit Energie und sind sehr froh, dass die Bürger unserer beiden Orte Wollbrandshausen und Krebeck aus eigener Kraft eine gemeinsame Biogasanlage geschaffen haben. 
Das ist zwar von einer globalen Lösung noch Lichtjahre entfernt - aber man muss zuerst bei sich selbst beginnen und beharrlich sein. Sonne und Wind stellen ihre Energie reichlich und kostenlos zur Verfügung. Wir müssen sie ja eigentlich nur nutzen.

Wie heißt es doch so schön: 
„Wenn viele kleine Hände viele kleine Dinge tun, können sie die Welt verändern.“

In diesem Sinne grüßt Euch
Eure rasende Reporterin

awiso 1.08.2011

Josef Sorhage, Aufsichtsratsvorsitzender der Bioenergie Wollbrandshausen-Krebeck e.G. (BiWoK e.G.) mit Familie im Mai bei der Hochschule Harz und die Hochschule Harz im Juli 2011 mit ihrer "International Summer School" bei der BiWoK e.G.

21. Mai 2011 Tag der offenen Türe der Harz-Uni

Unsere Kinder wachsen heran und der älteste (17) trägt sich mit dem Gedanken, zu studieren. Da passte es gut, dass die Hochschule Harz am 21. Mai 2011 ihren Tag der offenen Tür hatte. Nix wie nach Wernigerode sagten wir uns damals und nahmen auch den Jüngsten (13) mit, der später Elektroniker werden will.

Letzterer interessierte sich natürlich besonders für die Elektroniklabore des FB Automatisierung und Informatik und ließ sich dort am frühen Vormittag von noch ausgeruhten Uni-Mitarbeitern alles ausführlich zeigen, erklären und vorführen - und seine schlauen Äuglein flitzten dabei munter hin und her und in seinem Kopf wurde alles Interessante abgespeichert. Dass er viel mehr kapiert hatte, als seine ihn begleitende Mutter gedacht hätte (obwohl ich es ja hätte wissen müssen, denn er ist immer so ...) erwies sich einige Stunden später, als er seinen Papa Josef am Ärmel zupfte und sagte: „Du, Papa, da ist auch eine Brennstoffzelle!“, worauf sein Papa sofort hellhörig wurde und seinem Jüngsten folgte.

Tatsächlich, da war eine Brennstoffzelle ...


Versuchsaufbau mit Brennstoffzelle (blau-grauer Zylinder in hellem Feld links unten) 
im Labor der Hochschule Harz: Wenn man alles richtig schaltet, ... 


... dreht sich der rote Ventilator. Das findet unser Papa gut.

Und Prof. Volker Ruwisch verriet uns darüber hinaus, dass die Harz-Uni auch eine kleine Biogasanlage betreibt. Die mussten wir natürlich auch in Augenschein nehmen. Allerdings sieht diese etwas anders aus als unsere (viel kleiner), da sie im Labormaßstab arbeitet.


Versuchsaufbau einer Mikro-Biogasanlage im Labor-Maßstab: 
Die Wärmeschränke mit den darin stehenden Glasbehältern (Reaktoren) stellen die Fermenter dar und in dem 
silberner Plastikbeutel wird das Biogas (im Vordergrund) aufgefangen.

Die Labor-Biogasanlage der Harz-Uni in Wernigerode dient den Studenten des Studienganges "Erneuerbare Energien" als Anschauungs- und Versuchsobjekt. Sie kann bei unterschiedlichen Temperatur-Bedingungen (meso- und thermophil) gefahren werden.  In der Regel werden jedoch Testreihen unter mesophilen Bedingungen (Temperaturbereich bei ca. 35 °C) durchgeführt. 
Die meisten Biogasanlagen werden unter mesophilen Temperaturen (etwa 35-42°C) betrieben. Unsere Bioagasanlage arbeitet unter thermophilen Temperaturbedingungen (oberhalb von 50°C).

Zudem können in den vier Reaktoren die Biogasausbeute sowie der Einfluss von Begleitparametern des Gärprozesses unter unterschiedlichen Versuchsbedingungen wie Substratart, verschiedene Temperaturen, Impfschlammverhältniss (Substratmenge pro Bakterienmasse)sowie Anreicherung von Hemmstoffen im Labormaßstab untersucht werden.

Von den Studenten überwacht werden Parameter wie Wassergehalt bzw. Trockensubstanzgehalt (TS) und Organischer Trockensubstanzgehalt (oTS) des Substrats und des Impfschlamms, Biogasvolumen (über der Zeit), Biogaszusammensetzung sowie pH-Wert sowie FOS/TAC (Flüchtige Organische Säuren/Total Anorganic Carbon) im Fermenter.

Die Studierenden bearbeiten dabei folgende Aufgaben: 
Berechnung der Probenmengen zur Einstellung verschiedener Impfschlammverhältnisse unter Berücksichtigung von TS- und oTS-Gehalt des Substrats, Untersuchung und Vergleich verschiedener Ansätze unter verschiedenen Versuchsbedingungen, Umrechnung des entstandenen Biogasvolumens auf Normbedingungen und auf den oTS-Gehalt der Probe, Untersuchung der Biogaszusammensetzung, Vergleich von Anfangs- und End-pH-Wert sowie von FOS/TAC am Anfang und Ende im Fermenter und schließlich die Ableitung von möglichen Optimierungen des Gärprozesses und der Biogasausbeute aus den Versuchsergebnissen.


Unser Papa Josef Sorhage (Aufsichtsratsvorsitzender der BiWoK e.G.) ist mit 
Prof. Volker Ruwisch (Summer School der Hochschule Harz und IZNE der Uni Göttingen 
(Interdisziplinäres Zentrum für Nachhaltige Entwicklung)), 
Prof. Dr. Andrea Heilmann (Fachbereich "Automatisierung/Informatik": "Umweltmanagement"/
Studiengang "Erneuerbare Energien") und 
Prof. Dr. Folker Roland (Professur für Betriebswirtschaftslehre, Schwerpunkt Logistikmanagement) 
ins Gespräch über erneuerbare Energien vertieft und unser Junior spitzt die Ohren. 
Erneuerbare Energien sind bei uns zu Hause immer ein Gesprächsthema.


Unser Ältester hörte sich u.a. eine Vorlesung zum Thema "Marketing mit Düften" an und 
gab dem Campus-TV-Sender ein Interview ...


... und unser Junior probierte aus, wie es ist, in einer Tasse zu sitzen.

Alles in Allem hat meinem Mann die Uni Harz mit dem beinahe familiären Campus nach amerikanischem Vorbild so gut gefallen, dass er dort gleich noch einmal studieren würde, wenn er etwas jünger wäre und die Zeit dazu hätte. Man kriegt hier richtig Lust zum Lernen - aber auch Lust auf eine fetzige Studenten-Fete. Ich kann ihn gut verstehen.

Übrigens: Es wird hier sogar der neue Studiengang "Erneuerbare Energien" angeboten - siehe unter folgendem Link:
http://www.hs-harz.de/7799.html

15. Juli 2011 Die „International Summer School“ der Harz-Uni besichtigt die Biogasanlage der BiWoK e.G.

Am Freitag, den 15. Juli 2011 besuchte Prof. Volker Ruwisch dann unsere Biogasanlage und hatte wie bereits im letzten Jahr die „International Summer School“ der Uni Harz im Schlepptau, die jedes Jahr während der Semesterferien zum Thema "Renewable energy sources for sustainable development – Basics and best practice" (Erneuerbare Energiequellen für eine nachhaltige Entwicklung - Grundlagen und Praxis) durchgeführt wird.


Zahlreich quollen an erneuerbaren Energien interessierte junge Studenten aus dem Reisebus.

Ausnahmsweise gab ich als rasende Reporterin einmal meine Kamera aus der Hand und legte sie in die von der die Gruppe ebenfalls begleitenden Wissenschaftlerin Frau Dr. Ute Urban (Schwerpunkte an der Hochschule Harz: Solarenergie/Elektromobilität - sie fährt selbst ein deratiges Auto. Leider sind die Fotografen selten auf den Fotos, seufz...), da ich die Führung in englischer Sprache übernommen hatte. Hat sehr gut geklappt, wie man an den Bildern ja sehen kann.


Auch das südkoreanische Fernsehen begleitete uns bei der Führung.

Der Bericht über die ganztägigen Filmaufnahmen für das Korea-TV kann gesondert unter "Aktuelles" auf dieser Homepage nachgelesen werden.

Da es an diesem Tag recht laut zuging auf unserer Biogasanlage (Landwirte holten laufend Gärreste zum Düngen ihrer Felder ab) ... war die Verständigung nicht immer einfach, zumal Englisch längst nicht für alle die Muttersprache war. Aber das Interesse war groß und die jungen Leute aus verschiedenen Ländern stellten viele Fragen, besichtigten die gesamte Anlage von den Siloflächen und "Vielfraßen" (geschützter Name der Firma AgriKomp) über die Gärstrecken, mitsamt "Güllekochern" (geschützter Name der Firma AgriKomp) sowie die Gasaufbereitung bis hin zu den Anlagen-BHKW (Gas-Ottomotoren für die Prozesswärme) und den Gärrestelagern.


Je nach Technik kann der Tankwagen von oben oder per Schlauchanschluss 
von der Seite mit flüssigen Gärresten betankt werden.


Nicht ganz einfache Verständigung in englischer Sprache bei regem Verkehr 
von landwirtschaftlichen Traktoren-Gespannen auf der Biogasanlage.

 
Zwischen Haupt- und Nachgärungsfermenter: Jeder der Studenten der International Summer School durfte einmal durch ein
beleuchtetes Bullauge am oberen Fermenterrand den Bakterien bei der Arbeit zusehen (rechter Bildrand).

Wie ist das denn eigentlich mit den festen Gärresten, die da auf der Anlage rumliegen? Stinken die? Kein Problem beschloss ich, das können die jungen Leute selbst herausfinden. Stirnrunzeln, als ich ein Bröckchen vom Haufen las, skeptische Blicke als ich es zum Riechtest hin hielt, vermutlich erwarteten alle den vertrauten Geruch von tierischer (unvergorener) Gülle – der blieb aber aus – tatsächlich, es riecht im Vergleich zu den im Erfahrungsschatz abgespeicherten Geruchsmustern fast angenehm.

 
Manche wagten sich mit ihren Nasen doch etwas mutiger heran, als andere. Mist und Gülle stinken doch aber - und Gärreste sind doch so etwas Ähnliches, oder nicht? Hm, aber dieser Biogas-Gärrest stinkt nicht. Warum? 
Aha, die den Gestank verursachenden Stoffe werden bei der Vergärung des Substrates abgebaut.



Es wurde viel geknippst ...


... und das obligatorische Gruppenbild begeisterte unsere Biogaskuh sichtlich, 
da sie sich inmitten von so vielen jungen Leuten auch gleich prima fühlte. 
Josef Sorhage, Aufsichtsratsvorsitzender der BiWoK e.G. und Ortsbürgermeister von Krebeck 
stellte sich auch gerne zu der fröhlichen Besuchergruppe (Gemeinsam mit Prof. Ruwisch auf der Treppe).

Abschließend wurde noch ein Abstecher zur Heizzentrale des Bioenergiedorfes Krebeck unternommen (die übrigens völlig identisch zur 2. Heizzentrale des Partner-Bioenergiedorfes Wollbrandshausen ausgestattet ist). Dort konnten die Studenten die Verbrennung des Biogases durch die beiden BHKW (Zündstrahlmotoren) sehen. Das Biogas wird per Mikrogasnetz von der zentral an der B27 zwischen beiden Dörfern gelegenen Biogasanlage dort hin geleitet und vor Ort verbrannt. Dies hat den Vorteil geringer Wärmeverluste auf den kurzen Wegen der Weitergabe des erhitzten Wassers an die angeschlossenen Häuser über das örtliche Nahwärmenetz. Das Wasser kommt mit ca. 80°C in den Haushalten an.

An diesem von Traktorenlärm unbelasteten Ort konnten Prof. Ruwisch und ich auch noch einmal alles zusammenfassen und weitere Fragen beantworten.


Letzte Fragen und Antworten vor der Krebecker Heizzentrale (linker Bildrand: Prof. Volker Ruwisch).

Der Unterschied einer Bürger-Biogasanlage zu einer kommerziellen – so haben wir den Studenten z.B. erklärt - ist ja neben zahlreichen sozialen u.a. Aspekten, wie

-         Stolz der Bürger auf ihre selbst geschaffene Anlage,
-         Schaffung von Arbeitsplätzen
-         enge Zusammenarbeit und Zusammenwachsen der Menschen beider Bioenergiedörfer Wollbrandshausen und Krebeck,
-         selbst etwas für den Umweltschutz und die Zukunft der Kinder getan zu haben,
-         das Wirtschaften mit den Genossenschaftseinlagen hautnah erleben zu können,
-         unabhängig zu werden von Ölkonzernen und Krisenherden in den Ölregionen usw.

auch, dass das erwirtschaftende Geld in der Region bleibt, diese bereichert und nicht an Großkonzerne abfließt. Für mich ist das ein ganz wichtiger Aspekt. Denn bei kommerziellen Anlagen fließt nicht nur das erwirtschaftete Geld an den betreibenden Konzern ab, die Bürger geben auch ihren direkten Einfluß auf die Gestaltung, den Umfang und die Betriebsweise des kommerziellen Unternehmens weitgehendst ab.

Schließlich waren alle Fragen gestellt und beantwortet und die Besuchergruppe machte sich auf den Rückweg nach Wernigerode. Ein fröhliches Winken noch - bis zum nächsten Jahr also...

Was ich als Nächstes gemacht habe? Oh, ich bin zu meinem Mann Josef ins Auto gestiegen und unmittelbar darauf auf Goethes und Schillers Spuren ins schöne Thüringen in Urlaub gefahren.

Es grüßt Euch Eure erholte, rasende Reporterin
awiso 1.08.2011

Die Landratskandidaten Christel Wemheuer (Grüne) am 25. Juni und Bernhard Reuter (SPD) 
am 13. Juli 2011 zu Besuch bei der BiWoK e.G.

25. Juni 2011 (Grüne)

In Sachen Wind und Biogas hatte sich der neu gegründete Ortsverband der Grünen der Samtgemeinde Gieboldehausen mit der Dezernentin für Umwelt, Bauen und Verkehr des Landkreises Göttingen und Landratskandidatin Christel Wemheuer, Anlagenbetreibern, Fachleuten und weiteren Interessierten am Sonnabend, den 25. Juni auf „Wege zur Energie“ begeben.

Bei einer geführten Wanderung ging es vom Treffpunkt Höherberg, Wallfahrtsberg des Untereichsfeldes mit Rundumblick, zunächst bergab zu unserer Biogasanlage am Krebecker Kreuz der B 27.


Mit Blick in Richtung unserer Biogasanlage: Die Grünen aus der Samtgemeinde mit ihren Gästen

Vielfraße, Fermenter, Gärrestebehälter, Quetschprofi, Gasaufbereitung und BHKW wurden bei der Besichtigung des Geländes der Biogasanlage interessiert in Augenschein genommen; viele Fragen wurden dabei gestellt und auch beantwortet.


Über die Anlage der Bioenergie Wollbrandshausen-Krebeck e.G. (BiWoK e.G.) 
führte Vorstandsvorsitzender Karl Heine (hier mit Christel Wemheuer).

Im Anschluss an die Anlagenbegehung wanderte die Besuchergruppe zurück zum Höherberg, um sich dort die Windräder anzusehen und sich über Windenergie als weitere Form der erneuerbaren Energien informieren zu lassen.


Ob mit Biogas oder Wind stets auf dem Weg zu erneuerbaren Energien (im Hintergrund das Bioenergiedorf Wollbrandshausen)
Von links: Stephan Hörschelmann, Kandidat der Grünen für den Ortsrat Krebeck und den Rat der SG Gieboldehausen, 
mit Christel Wemheuer, Kreisumweltdezernentin und "grüne" Landratskandidatin für den Landkreis Göttingen.

 

13. Juli 2011 (SPD)

Am Mittwoch, den 13. Juli folgte dann eine Besuchergruppe der SPD. Der Osteröder Landrat und Landratskandidat für den Landkreis Göttingen, Bernhard Reuter, besuchte im Rahmen seiner Dialog-Tour 2011 unsere Biogasanlage.

Begleitet wurde er von Gerald Burghardt (SPD Duderstadt, Kandidat für das Bürgermeisteramt der Samtgemeinde (SG) Gieboldehausen und für den Kreistag), Arnold Sommer (SPD, Rat der SG Gieboldehausen und Kreistagskandidat) und Reinhard Dierkes (Rat der SG Gieboldehausen und Kreistagskandidat).


Von links: Bernhard Reuter, Josef Sorhage, Karl Heine und Gerald Burghardt


Von links: Arnold Sommer, Friedhelm Döring, Josef Sorhage, Bernhard Reuter, Karl Heine und Gerald Burghardt

Karl Heine (Vorstandsvorsitzender der BiWoK e.G.), Friedhelm Döring (Wollbrandshäuser Aufsichtsratsmitglied der BiWoK e.G.) und Josef Sorhage (Krebecker Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender der BiWoK e.G. sowie Rat der SG Gieboldehausen) führten über das Gelände und diskutierten mit ihren Gästen angeregt über erneuerbare Energien.


Von links: Gerald Burghardt, Bernhard Reuter, Reinhard Dierkes, Karl Heine, 
Arnold Sommer mit Friedhelm Döring (im Hintergrund) und Josef Sorhage


Viel Spaß mit unserer schicken und mittlerweile Casting-erfahrenen Biogas-Kuh hatten von links: 
Gerald Burghardt (SPD-Bürgermeister-Kandidat für die SG Gieboldehausen und Kreistagskandidat), 
Arnold Sommer (SPD-Rat der SG Gieboldehausen und Kreistagskandidat), Reinhard Dierkes 
(Rat der SG Gieboldehausen und Kreistagskandidat), Karl Heine (Vorstandsvorsitzender der BiWoK e.G.), 
Bernhard Reuter (SPD-Kandidat für die Landratswahl des Landkreises Göttingen und Landrat in Osterode), 
Friedhelm Döring (Aufsichtsrat der BiWoK e.G.) und Josef Sorhage (Krebecker Bürgermeister und 
Audsichtsratsvorsitzender der BiWoK e.G. sowie Rat der SG Gieboldehausen)


Also so was: Ob schwarz, rot oder grün - unsere bunte Biogaskuh weiß sich doch immer wieder 
vorteilhaft in Szene zu setzen – so auch hier zwischen Gerald Burghardt und Arnold Sommer. 
Vermutlich findet sie am Ende aber doch die Politiker am nettesten, 
denen die Energiewende auch nach den Kommunalwahlen eine Herzensangelegenheit ist 
und die sich entsprechend ernsthaft dafür einsetzen?!

Über den Besuch der CDU-Kandidatinnen für das Göttinger Landratsamt bzw. für das Amt des SG-Bürgermeisters, Frau Dinah Stollwerk-Bauer und Frau Marlies Dornieden am 17. Mai 2011 hatte ich bereits berichtet: 
Der Artikel „Frauen-Power der CDU auf unserer Anlage“ ist nachzulesen unter „Aktuelles“ auf dieser homepage.

Soweit zu Aktivitäten der Kommunalpolitiker vor der Wahl...
Es grüßt Euch Eure
rasende Reporterin

awiso, 26.07.2011

Im Krebecker Adolf Heine Bürgerhaus hatte am Mittwoch den 6. Juli 2011 die Auftaktveranstaltung mit Informationen zum geplanten Bürger-Windpark-Projekt der Samtgemeinde Gieboldehausen stattgefunden

Am Mittwoch, den 6. Juli strömten an Erneuerbaren Energien Interessierte aus Samtgemeinde und Region in das schöne Bürgerhaus zu Krebeck. Gegeben wurde die Auftakt-Veranstaltung zum Projekt

„Mit Bürgerbeteiligung und Windenergie zu 100 % Erneuerbaren Energien
in der Samtgemeinde Gieboldehausen“,

zu der die Samtgemeinde gemeinsam mit der Energieagentur Region Göttingen e.V. eingeladen hatte.


Die Samtgemeinde sowie Frau Doreen Fragel (links) und Herr Winfried Binder (rechts) 
von der Energieagentur Region Göttingen e.V. hatten gemeinsam zu der Veranstaltung eingeladen.

Unsere beiden für die Bürger-Biogasanlage der „Bioenergie Wollbrandshausen-Krebeck e.G. (BiWoK e.G.)“ genossenschaftlich organisierten Bioenergiedörfer haben ja innerhalb unserer Samtgemeinde bereits klar gemacht, dass starke Dorfgemeinschaften gemeinsam Großes leisten können. Dieser erfolgreiche Ansatz sollte nun auch auf weitere Orte und andere Formen der Energieversorgung übertragen werden.

Die gemeinsame Informationsveranstaltung sollte dabei zeigen, welche Potentiale zur Umstellung der Energieversorgung auf Erneuerbare Energien in der Region stecken, wie man speziell mit Windenergie einen weiteren bedeutenden Anteil der Stromversorgung decken kann und wie durch Bürgerbeteiligung am Windenergieprojekt die Wertschöpfung der Region weiter gestärkt werden kann.

Kurz gesagt die Besucher der Veranstaltung waren aufgerufen, die Entwicklung von Bürgerwindkraftanlagen aktiv mitzugestalten.

Als kompetente Gastredner waren Herr Uwe R. Fritsche vom "Öko-institut e.V. (Darmstadt), Bereich Energie & Klimaschutz" und Jörg Klapproth vom Bürgerwindpark der "Windkraft Diemarden GmbH & Co. KG" nach Krebeck gereist.


Unser schönes Bürgerhaus hat es am liebsten, wenn es ordentlich voll ist. 
Und das war an diesem Abend der Fall ...


Herr Klaus-Dieter Grobecker (Samtgemeinde Gieboldehausen, Fachbereich Bauen und Wohnen), Herr Fritsche (Öko-Institut), Frau Fragel (Energieagentur Region Göttingen e.V.) und Samtgemeindebürgermeister Reinhard Grobecker in den Programmablauf vertieft.

Nachdem noch Tische und Stühle aus dem Nachbarzimmer dazu gestellt worden waren, um dem Besucherandrang gerecht zu werden, ging es unter der Moderation von BiWoK e.G.-Vorstandsvorsitzendem Karl Heine los.

Zunächst eröffnete Samtgemeinde (SG) - Bürgermeister Reinhard Grobecker die Informationsveranstaltung und begrüßte die Anwesenden aus der näheren und weiteren Region. Daran anschließend übernahm Frau Doreen Fragel von der "Energieagentur region Göttingen e.V." mit ihrem Vortrag

„Energieversorgung in Bewegung – gemeinsam zum Ziel“

den Einstieg in das Thema des Abends.


Samtgemeindebürgermeister Grobecker begrüßt die zahlreichen Gäste im gut besetzten Bürgerhaus.


Frau Fragel von der Energieagentur Region Göttingen e.V. führt mit ihrem Beitrag in das Thema des Abends ein.


Die übrigen Redner fanden zum Betrachten der Präsentation von Frau Fragel günstige Sitzgelegenheiten
in der Nähe von CDU-Samtgemeindebürgermeister-Kandidatin Frau Marlies Dornieden (hintere Bildmitte)

Schließlich erteilte Moderator Karl Heine (BiWoK e.G.) dem ersten Gastredner, Herrn Uwe R. Fritsche (Öko-Institut e.V.) das Wort.


Karl Heine, Vorstand der BiWoK, bei der Anmoderation

Sein Vortrag mit anschließender Diskussion zum Thema

100 % regenerative Energie für die Region – Überlegungen auf der Basis der Studie 
„Klimaschutz bis 2050. Vom Ziel her denken“

zeigte den heutigen Stand der Entwicklung sowie Prognosen für die Zukunft bis 2050 und gab Anregungen, mit welchen Maßnahmen die Umstellung der Energieerzeugung auf 100 % regenerative Energie in der Samtgemeinde zu bewerkstelligen ist.


Herr Uwe R. Fritsche bei seinem Vortrag

Die Vorträge von Herrn Fritsche und Frau Fragel wurden von den Zuhöhrern nach ergänzenden Informationen hinterfragt und rege diskutiert.


Herr Fritsche fand sowohl bei seinen Ausführungen ...


... als auch bei der Diskussion aufmerksame Zuhörer.

Leider musste Herr Fritsche bereits unmittelbar nach seinem Vortrag abreisen. Aber ohne Mettwurst lässt man im Eichsfeld ja keinen Gast nach Hause gehen. Und so konnte sich Herr Fritsche über seine "Windenergie-Mettwurst" freuen.

 
Moderator Karl Heine bedankt sich mit einer Eichsfelder Mettwurst bei Gastredner Herr Fritsche - und so sah sie aus.

Nach überleitenden Überlegungen des SG-Bürgermeister Reinhard Grobecker -

„Wo steht die Samtgemeinde Gieboldehausen und wo möchte sie hin?"

- sprach der 2. Gastredner des Abends, Jörg Klapproth vom Bürgerprojekt „Windkraft Diemarden GmbH & Co. KG“, zu seinen Erfahrungen und gab einen Erfahrungsbericht zum Thema Bürgerwindenergie ab.

Die Windkraft Diemarden  betreibt zurzeit 7 moderne Windkraftanlagen, die jährlich über 8 Mio kWh Strom erzeugen, der ins öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Diese Strommenge ermöglicht es, über 2.700 Haushalte bei einem durchschnittl. Verbrauch von 3.000 kWh mit Energie zu versorgen. Die Anlagen sind heute, nach 9 bzw. 7 Jahren schuldenfrei und arbeiten alle wirtschaftlich. Dies zeigt, dass eine wirtschaftlich rentable Nutzung von Windenergie auch an Binnenstandorten sehr gut möglich ist.


Herr Jörg Klapproth, Windkraft Diemarden GmbH & Co. KG, ebenfalls ein Bürger-Windpark, 
berichtet aus der Praxis

Mit seinem Vortrag

"Welche Aufgaben sind bei der Erstellung von Windkraftanlagen zu lösen?"

gab er erste Einblicke in die erforderlichen Rahmenbedingungen von Windenergienutzung und zeigte aus der Praxis heraus Möglichkeiten zur Errichtung und zum Betrieb von Bürgerwindkraftanlagen auf.

Danach ging es, wie man so sagt, ans „Eingemachte“:

Es wurde ausgiebig und teilweise auch kritisch und leidenschaftlich zum angedachten Bürgerwindpark der Samtgemeinde Gieboldehausen und dessen Rahmenbedingungen nachgefragt und diskutiert.

 


Die Diskussion zum Thema Windenergie innerhalb der SG Gieboldehausen nimmt Fahrt auf.


Frau Christel Wemheuer, Kreisrätin und Landratskandidatin des Landkreises Göttingen
beteiligt sich an der Diskussion.


Herr Herr Klaus-Dieter Grobecker (Samtgemeinde Gieboldehausen, Fachbereich Bauen und Wohnen) 
gibt Auskunft zu Untersuchungen des Milan-Brutverhaltens in der Region.


Auch das Team der Betreiber unseres schönen Bürgerhauses hörten aufmerksam zu, 
wenn es ihre Arbeit zuließ.

Erfrischend war während der Diskussionsrunde Frau Doreen Fragel, die den Spieß einfach umdrehte und (frei nach einer gewissen Kaubonbon-Werbung) in die Menge fragte (etwa so): „Was wollen Sie denn? Wollen Sie die Windenergie?“


Herr Klapproth geht auf Fragen aus dem Publikum ein und Frau Fragel will wissen, 
wie viel Potential für Erneuerbare Energien und das Windpark-Projekt der Samtgemeinde
denn eigentlich unter den Zuhörern des heutigen Abends steckt.

Nun, die Diskutierenden skandierten dann natürlich nicht: „Wir wollen den Bür-ger-wind-park! Wir wollen den Bür-ger-wind-park!“, aber man merkte doch, dass während der Veranstaltung ordentlich Wind in Form von deutlichem Applaus und nicht minder leidenschaftlichen Befürwortern der Erneuerbaren Energien aufkam.


Auch der Bürgermeister des Bioenergiedorfes Wollbrandshausen und 
2. Aufsichtsratsvorsitzender der BiWoK e.G. Georg Freiberg (Bildmitte) 
freut sich über das volle Bürgerhaus bei der Auftaktveranstaltung und das Interesse der Bürger.

Hierzu sei mir eine persönliche Anmerkung gestattet:

Es ist gut und wichtig, wenn sachlich kritische Einwände von Anfang an gehört und vernünftig bedacht bzw. abgeklärt werden, will man keinen Schiffbruch erleiden - aber man muss dennoch auch das Herz in die Hand nehmen und mutig etwas für die eigene Region und unsere Kinder wagen. Wie sagt das Sprichwort? "Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!"

Das beste Beispiel hierfür ist unsere Biogasanlage. Anfangs gab es da einige Klippen zu überwinden, an denen so mancher vielleicht hätte mutlos werden können. Aber es gab Menschen, die an das Projekt geglaubt, es nicht aufgegeben und neue Lösungen gefunden haben. Und heute? Die Biogasanlage steht! Jeder kann sie sich ansehen! Die angeschlossenen Haushalte sind im Winter warm und sparen auch noch dabei! Unsere beiden Bioenergiedörfer und die ganze Region profitierten von dieser Wertschöpfung, denn der Ertrag bleibt in der Region.

Und sicherlich richtig war auch die Annahme des SG-Bürgermeisters Grobecker bei seinen Ausführungen, dass es andere machen (Energiekonzerne), wenn wir es nicht selbst tun. Dann geben wir die Mitbestimmung am Projekt und den Nutzen davon aber aus der Hand und die Wertschöpfung verbleibt sehr wahrscheinlich nicht mehr in der Region.

Und genau in diese Kerbe schlug auch BiWoK e.G.- Vorstand und Bürgermeister Josef Sorhage, indem er seine ganze Persönlichkeit und Liebe zu seiner Heimat in die Waagschale warf und den offiziellen Teil des Abends leidenschaftlich mit dem bewiesenen Erfolgskonzept unserer Biogasanlage schloss: „Wir können es schaffen, aber wir müssen es wollen!“


Der Krebecker Bürgermeister Josef Sorhage spricht die Schlussworte
mit Sachverstand, Leidenschaft und viel Herz für die Menschen der Region.


Nach Abschluss des offiziellen Teils (Vorträge) bekam auch der 2. Gastredner des Abends, Jörg Klapproth, als Dankeschön eine Eichsfelder Mettwurst mit Windrat überreicht, über die er sich sichtlich freute.

Anschließend wurden Listen ausgelegt, in die sich Interessierte eintragen konnten. Wer Interesse hatte, nach den Sommerferien an einer Arbeitsgruppe mitzuarbeiten, konnte dies zusätzlich darin vermerken. 
Insgesamt haben sich an diesem Abend von etwa 220 Anwesenden rund 60 Personen eingetragen.


Auch nach der Veranstaltung beschäftigt das Gehörte die Zuhörer und etliche 
tragen sich bereits in die ausliegenden Listen ein.


Der mit Abstand jüngste Zuhörer an diesem Abend war übrigens unser jüngster Sohn, der sich schon seit Jahren für alles, was mit Strom und Energie zu tun hat, interessiert und der zum Thema "Erneuerbare Energien" natürlich zu Hause viel von seinem Papa Josef hört, schon mehrfach auf der Biogasanlage war und mir beim Schreiben der Berichte für die homepage der BiWoK e.G. schon mal über die Schulter guckt ... - aber ob er wirklich begreift, warum wir Erwachsenen uns so für die Energiewende einsetzen und welche unmittelbare Bedeutung das auch für sein Leben haben wird? Ich hoffe es.

Na, mal sehen, wie es nach den Sommerferien weitergeht -  
Es grüßt Eure rasende Reporterin

awiso, 8.07.2011

Anlage Energieversorgung in Bewegung–gemeinsam zum Ziel (Doreen Fragel, Energieagentur) zum Download (640 KB, PDF)

Anlage Erfahrungsbericht Bürgerwindenergie (Jörg Klapproth, Windkraft Diemarden) zum Download (1161 KB, PDF)

Anlage Klimaschutz bis 2050 - vom Ziel her denken (Uwe R. Fritsche, Ökoinstitut) zum Download (1039 KB, PDF)

Am Samstag, den 2. Juli 2011, morgens um 8 Uhr machte sich eine unternehmungslustige Gruppe von an der Weiterentwicklung erneuerbarer Energien interessierter Menschen aus der Region auf den Weg in den Hunsrück, um die Energielandschaft Morbach zu besichtigen.

Als Vertreter der Samtgemeinde (SG) Gieboldehausen waren Franz Jacobi sowie die Bürgermeister unserer Bioenergiedörfer und Aufsichtsratsvorsitzenden der BioenergieWollbrandshausen-Krebeck (BiWoK) e.G. Josef Sorhage und Georg Freiberg mit von der Partie. Außerdem waren der Direktor der Sparkasse Duderstadt Alfons Wüstefeld, unser BiWoK e.G.-Vorstandsvorsitzender Karl Heine, der Vorsitzende der Realgemeinde Krebeck Ludwig Rudolph und die weiteren Mitglieder der BiWoK e.G. Friedhelm Döring, Stefan Hörschelmann und Dietmar Kretschmer (letzterer auch als Investor in  erneuerbare Energien) dabei.


Ein Gemeindemitarbeiter führt durch die Morbacher Energielandschaft (vierter von rechts)

Was trieb die Besuchergruppe um? Na klar - der geplante Bürger-Windpark der Samtgemeinde als weiteres Projekt zum Thema Regenerative Energien!

Als Bioenergieregion in Niedersachsen setzen wir auf ein Mix verschiedener erneuerbarer Energien und ganz besonders auf die Bürgerbeteiligung an den Energieanlagen. Schließlich ist z.B. auch die Biogasanlage der BiWoK e.G. (und nicht nur diese) eine genossenschaftlich betriebene Anlage und damit in Bürgerhand!

Die Energielandschaft Morbach ist auf dem Gelände des ehemals größten Munitionsdepots der US-Luftwaffe in Europa entstanden. Die Lagerung von vermutlich 35.000 t Munition erfolgte sozusagen portionsweise in 12 Bunkern und 144 betonierten Bombenlagerplätzen bzw. hinter zahlreichen durch 10 m hohe Splitterschutzwälle getrennten Teillagern. Das Munitionsdepot wurde 1995 aufgelöst und die Morbacher begannen, sich zu überlegen, was sie denn mit dem Gelände nun anfangen sollten. Die Überlegungen zum Thema Tourismus/Westernpark wurden mangels Investor verworfen. Doch Ende der 90er Jahre wurde mit Aufkommen des Windkraft-Booms die Idee einer Energielandschaft geboren und eine entsprechende Nutzung des Geländes beschlossen.


Energiemix aus Fotovoltaik-Zellen und dahinter stehenden Windrädern

Die Energielandschaft Morbach zeigt heute eine Biogasanlage, die (unterstützt durch ein Heizwerk) zur Herstellung von Holzpellets eingesetzt wird, diverse Fotovoltaikanlagen, 15 Windräder (darunter ein Bürgerwindrat "Morbach 3" an dem eine Beteiligung ab 2.500 € möglich war) und eine Versuchsanlage zur Energiespeicherung. Die Niederlassungen weiterer Industriebetriebe auf dem früheren Munitionsgelände, wie z.B. eine Anlage zur Fertigung von Holzpellets und ein Betrieb zur Produktion von Blockhäusern, ergänzen das Bild.


Hier werden mit Hilfe von Bioenergie Pellets hergestellt. Die Firma Juwi berät und plant, realisiert 
und betreibt viele Anlagen auf dem Gelände.

Die Fotovoltaikanlagen nutzen zumeist geschickt die Hangneigung der früheren Splitterschutz-Erdwälle zur Sonne aus. Die 25 kW-Versuchsanlage experimentiert mit Wasserstoff als Energiespeicher und Wiedergewinnung der Energie über eine Methanisierung und Verbrennung von Methangas.

Insgesamt nutzt Morbach, eine Gemeinde aus 19 Ortschaften mit ca. 11.000 Einwohnern, das Mix aus erneuerbaren Energien wirtschaftlich und erzeugt Öko-Strom im großen Stil für bis zu 13.000 Haushalte.

Seit 2009 gibt es ein Informationszentrum. Die Morbacher Energielandschaft versteht sich als Schaufenster für Umweltfreundliche Energie und Gewerbe, einesteils für Besucher, die sich an einem Ort über ein vielfältiges Spektrum an erneuerbaren Energieen informieren wollen (Lehrpfad) - andererseits für die Ansiedlung von Industriebetrieben mit erhöhtem Wärme- oder Kältebedarf oder mit einem Output an biogenen Abfallstoffen.


Unsere Besuchergruppe im Bereich der Biogasanlage, die ausschließlich 
mit nachwachsenden Rohstoffen betrieben wird (Leistung von 500 kW elektrisch und 700 kW thermisch, Output ca. 3,8 Mio. kWh Strom und 5 Mio. kWh Wärme). Der elektrische Strom wird ins öffentl. Stromnetz eingespeist, die Wärme wird zu 100% in der nahegelegenen Holpelletanlage genutzt.


Wie funktionieren Solarzellen? Wie funktioniert Fotovoltaik? Hier kann man es sich aus der Nähe genau anschauen. Was kann man damit alles machen? Hierkann man z.B. eine solare Wasseraufbereitung erklärt bekommen. Was in Morbach als Demonstrationsobjekt  installiert wurde, ist für den Einsatz in Entwicklungsländern gedacht.


Ein Mitarbeiter der Gemeinde führte über die weitläufige Anlage


Zwischendurch gab es viele Fragen


In Sachen erneuerbare Energien und für die heimische Umwelt und
für die Zukunft nachwachsender Generationen 
in mehr als einem Sinne flott unterwegs

Wie man auf den Fotos sehen kann, haben sich unsere an erneuerbaren Energien Interessierten alles erlaufen und genau angesehen. Im Gegensatz zur früheren Nutzung des Geländes als Munitionsdepot läuft man heute ja nicht mehr Gefahr, dass einem alles um die Ohren fliegt (daher ja die Schutzwälle).

Wer sich ausführlicher über die Energielandschaft Morbach im Hunsrück informieren will, kann dies unter folgenden Links tun:

http://www.energielandschaft.de/

http://www.morbach.de/

www.morbach.de

Am Abend dieses erlebnisreichen Tages kehrten die Reisenden gegen 20 Uhr heim. Die Insider diskutierten später beim von den Krebecker Jugendlichen organisierten Open-Air-Konzert mit der Band "SWAGGER" neben dem Sportplatz mit den übrigen, an die 1.000 Besuchern bei einigen Bierchen weiter .....

Ja! Genau richtig bemerkt: Auch die Jugend stellt bei uns schon seit Jahren Jahr für Jahr große Open-Air-Projekte auf die Beine! Früh übt sich ...

Es grüßt Euch Eure rasende Reporterin

awiso, 4.07.11