Anlage3.jpg

Seit dem 19. September 2011 ist wieder Erntezeit!

Am Freitag, den 16. 09. 2011 kündeten u. A. das leere, frisch gestrichene vordere Silo, die schon mit Gewichten bestückten Fahrzeuge und die im Computerraum hinter der Waage angepinnten Erntepläne bereits von der bevorstehenden Maisernte.


Das Silo ist leer und der Fuhrpark steht bereit!

 
Die Erntepläne sind fertig und die ersten Proben genommen.

Am Montag, den 19. 09.2011 ging es dann los. Schon früh fuhren der Maishäcksler und drei Wagengespanne auf der Straße Richtung Renshausen an unserem Grundstück vorbei und mahnten mich, den Kaffee schneller zu trinken und schon mal Blickkontakt zu Schuhen und Kamera aufzunehmen.

Fündig wurde ich dann schließlich in Renshausen-Thiershausen bei Manfred Bleckert, gleich hinter den Fischteichen. Dort hatten die Fahrer schwieriges Gelände abzuernten. Dennoch konnte ich dort abseits vom Maisfeld gefahrlos meinen roten Renner abstellen, ohne im Weg zu sein (das geht ja nicht überall). Also Kamera raus und los!


Ernte auf schwierigem Gelände.


Es geht ganz schön steil bergauf ... 


.... und mit Schräglage in die Kurve.


Der volle Erntewagen startet in Richtung Biogasanlage und ....


... was ein richtiger „Böwere is“, der fährt "erst mol mit sine Trecker dranne lang!“

Auf der Biogasanlage war die Ernte in vollem Gang. Die Mitarbeiter im Komputerraum hatten alle Wiegevorgänge unter Kontrolle und die Erntegespanne luden ihre frische, grüne und duftende Mais-Fracht im Silo ab. Die Radlader machten sich gleich darüber her, verteilten und verdichteten alles gleichmäßig.


Mitarbeiter der BiWoK e.G. und ihre Helfer arbeiten im Schichtdienst von morgens bis Mitternacht, 
sind vollständig Herr bzw. Frau über die Datenverarbeitung der ... 


... eintreffenden Maislieferungen, und ...


... verteilen und verdichten den frisch gehäckselten Mais sorgfältig im Silo.

Nachts sah das Ganze noch einmal viel spektakulärer aus:


Abendidylle in Grün-Blau beim Einsilieren.


Der nette, fleißige Herr von vorhin ist inzwischen von ebensolchen Damen abgelöst worden.

Unsere Biogaskuh wunderte sich über den nächtlichen Spektakel und hätte auch gerne eine Tasse Kaffee aus dem Automaten bekommen, damit sie nichts verpasst. Milch hatte sie ja selber.

 
Muh! Was ist denn heute Nacht bloß los! Ob ich auch 'nen Kaffee kriege?

So setzte sich die große Maisernte auch am Dienstag, den 20. 09.2011 fort. 
Am Mittwoch, den 21. 09.2011 hatte die Hangneigung der Silage in Silo 1 doch schon erheblich zugenommen. Der Siloberg wurde stetig größer und höher.


Ganz schön schräg! Unimog schon mit Schräglage am Siloberg.


Wir kommen dem Himmel immer näher! 

 
Bald können wir uns (ähnlich, wie es sich die Niederländer wünschen) einen hauseigenen Berg für Wintersportarten einrichten. Und immer noch pausenlos bringen die Gespanne Mais zur Anlage.


Zur Abendbrotzeit werden Fahrer und Mitarbeiter im Bereich der Waage mit liebevoll, nach Bestellung zubereiteten Grillwurstbrötchen gestärkt. Da freut sich der Magen!


Daran erkennt man, dass die Ernte-Logistik perfekt ist: Die Ernte erfolgt fast reibungslos von morgens bis Mitternacht, die Mitarbeiter schieben viele Überstunden - und dennoch sind alle motiviert bei der Sache und die Stimmung ist rundum gut!

Da der laufende Betrieb der Biogasanlage ja weiterging, wurden die Fermenter wie sonst auch 2 x täglich gefüttert. Irgendwann war der restliche Silomais aus dem großen Silo 4 ganz hinten in Silo 2 umgelagert bzw. aufgebraucht und die riesige Silofläche war leer. Husch husch waren gleich Helfer da, die die Silowände frisch einstrichen, denn bald sollte auch hier mit der neuen Silage angefangen werden.


Futter für die Vielfraße!


Die Vielfraße nehmen keine Rücksicht auf Erntezeiten und wollen stets pünktlich 
2 x täglich genauso viel fressen, wie immer.


Das große Fahrsilo ist leer und .....

 
... wird sofort frisch gestrichen. Das auch nach Dauereinsatz stets fröhliche Datenüberwachungsteam ist heute gemischt.

Zwischen alle den nahtlos ineinander greifenden Arbeitsschritten und emsigen Tätigkeiten der Mitarbeiter der Bioenergie Wollbrandshausen-Krebeck e.G. (BiWoK e.G.) und ihrer Helfer führte Aufsichtsratsvorsitzender Josef Sorhage ab 19 Uhr Interessierte über die während der Ernte natürlich besonders umtriebige Anlage.



Josef Sorhage zeigt und erklärt die Biogasanlage.


Blicke in die Fermenter bestätigen den Besuchern, dass die Bakterien völlig unbeeindruckt von dem ganzen Erntetrubel weiterarbeiten, solange sie über die Vielfraße regelmäßig ihr Futter bekommen.

Am Abend des Donnerstag, den 22. 09.2011 hatte der Siloberg im ersten Silo mächtige Dimensionen angenommen und auch im großen Silo ganz hinten wurde mit der Silage begonnen.

 
Hoch hinaus müssen die Fahrer jetzt schon beim Verdichten der Silage im Silo 1.


Auch im großen Silo 4 beginnt jetzt der Siloaufbau. 


Und wieder wird bis spät in die Nacht hinein Mais geerntet und einsiliert.


Die Erntegespanne fahren unermüdlich zwischen Maisfeldern und Biogasanlage hin und her.

Am Freitag, den 23. 09.2011, müssen zum wiederholten Male Unmengen an Leergut abgeholt und volle Getränkekisten angeliefert werden, um alle Mitarbeiter, Helfer und Fahrer bei Laune zu halten. Die Häckselmais-Berge wachsen nun in beiden Silos.

 
Silo 1 wird immer noch befüllt, während ewig durstige Helfer Nachschub erhalten.


Blick vom großen Silo 4 auf Silo 1.


Hier wird mit angefasst, wo es nötig ist! In Silo 4 fährt heute der Chef mit! 
Nebenbei entspannt Vorstandsvorsitzender Karl Heine seinen Manager-Kopf 
aktiv durch körperliche Tätigkeit. Spaß macht es ihm obendrein, wie man sieht.

Inzwischen waren sogar 2 Maishäcksler mit ihrem jeweiligen Erntewagentross in der Region unterwegs. Den ersten fand ich bei Seeburg gegenüber der Firma „Feuerbäcker“:


Maisernte für die Biogasanlage ... 


... in der Nähe von Seeburg.

Der zweite Maishäcksler erntete zwischen Krebeck und Ebergötzen am Koppelberg rechts und links vom „Rübenschnellweg“.


Maisernte mit rekordverdächtiger Zielsicherheit bei Ebergötzen.

Überall fand ich nette große und kleine Menschen, die der Ernte zusahen, sich über den schönen Altweibersommer freuten und über Dinge wie Trockenmasse, Maisqualität, Kolbenzahl usw. diskutierten.

Sogar der Hund am anderen Ende der Hundeleine interessierte sich für Mais und fraß einen Kolben mit Stumpf und Stiel auf, um ihn auf seine ganz persönliche Art und Weise zu vergären.



Herr und ...


... Hund bei der Maisernte


Maishäcksler bei Ebergötzen mit vollem Erntegespann.

Nicht nur Mittarbeiter, Fahrer und Helfer hatten Hunger und Durst, auch der Maishäcksler brauchte hin und wieder Sprit und wurde gleich vor Ort betankt (hier bei Ebergötzen).


Der Tankvorgang wird gleich zum "Tanktreff", denn -hast Du nicht gesehen- 
sind 2 Landwirte mit ihren Treckern auf einen Plausch (?) dazugestoßen.

Wie schnell doch eine Woche vergangen ist – schon war es Samstag, der 24. 09.2011 und der in Silo 1 eingelagerte Silomais wurde mit insgesamt ca. 9.000 t Maissilage abgeplant.


So lobt man sich die Arbeit: Zwei BiWoK e.G. Mitarbeiter genießen beim Fixieren der Planen 
eine kleine Pause und die schöne Aussicht von oben.

Plane für Plane wurde der riesige Siloberg eingepackt. Erst durchsichtig, dann weiß und am Schluss grün.


Heute reicht eine junge Dame, um die Plane unten an Ort 
und Stelle zu halten, bis die Herren mit den Sandsäcken zurück sind.


Abplanen von Silo 1


Diesmal gab es bloss ein laues Lüftchen und die Planen bauschten sich 
beim Öffnen nur kurz auf und legten sich dann brav dorthin, wo sie auch liegen sollten.

Auch etliche Kinder haben in diesen Tagen in der Regel mit ihren Eltern die Biogasanlage besucht und der Ernte zugesehen. Die beiden kleinen Mäuse auf dem folgenden Bild haben sich unter Papas wachsamen Augen dabei wirklich vorbildlich verhalten und haargenau das gemacht, was der gesagt hat. Außerdem waren sie durch leuchtende Bekleidung schon von Weitem zu erkennen. Mancher, der das für übertrieben halten mag, denke einmal über Tote Winkel, die Hektik und das Verkehrsaufkommen auf einem solchen Betriebsgelände während der Ernte nach – und erinnere sich, dass Kinder bis zu einem gewissen Alter den Verkehr oder möglicherweise gefährliche Situationen noch nicht wie Erwachsene überblicken können und - von etwas Faszinierendem vollständig abgelenkt - plötzlich loslaufen. 

Mein Mann Josef, unser Jüngster und ich, wir wissen leider, wovon ich rede.

Deshalb bei allem Verständnis (wie im letzten Jahr) meine dringende Bitte: Kinder nur in Begleitung Erwachsener! Das Betriebsgelände birgt Gefahren!

Wie dem auch sei, nachdem Silo 1 „in trockenen Tüchern“ war, habe ich mich auch einmal auf den Rücken des 9.000 t fassenden Siloberges gewagt und von dort aus das Anwachsen des 2. Berges in Silo 4 beobachtet und die schöne Aussicht bewundert.

 
Treckerfans mit Papa ganz nah am Geschehen - und - Blick von oben auf das Erntegeschehen.


Aussichten vom Mount-BiWoK, einem 9.000er, ganz ohne Sauerstoffflasche und Kletterseil.

Soviel von der ersten Erntewoche!

Zum Zeitpunkt des Abplanens von Silo 1 (9.000 t Maissilage) hatte die Menge der eingebrachten Maissilage in Silo 4 bereits merkbar zugenommen - und von insgesamt ca. 540 ha Ackerfläche waren bereits etwa 180 ha abgeerntet.

Am Sonntag, den 25. September müsste so ungefähr Halbzeit gewesen sein und am Montag oder Dienstag gucke ich wieder nach, was es Neues gibt auf der Biogasanlage der Bioenergie Wollbrandshausen-Krebeck e.G. Davon berichte ich Euch dann in der Woche nach Ernteabschluss.

Bis dahin grüßt Euch

Eure rasende Reporterin

awiso
26.09.2011

Verschönerungsarbeiten rund um die Heizzentrale Wollbrandshausen der Bioenergie Wollbrandshausen-Krebeck e.G. (BiWoK e.G.)

Bereits seit einiger Zeit ist mir ein reges Handwerker-Treiben rund um die Heizzentrale der BiWoK e.G. am Ortseingang von Wollbrandshausen aufgefallen. Etliche Fahrzeuge, Sandhaufen, viele rote Pflastersteine und wuselige Handwerker mit Maurerkellen, Wasserwagen und Gummihämmern habe ich im Vorbeifahren beobachtet. Gestern habe ich das Ergebnis begutachtet und ich finde: Die Heizzentrale hat im Frontbereich und an einer Seite nun ein schönes, rotes Außenpflaster erhalten.

Das Gelände hinter und neben dem Gebäude wurde ebenfalls ausmodelliert und eingesäht.

Hier ein paar Fotos davon:


Frisch gepflasterter Frontbereich der Heizzentrale am Ortsrand von Wollbrandshausen

 


Aus der Nähe hält der Anblick des lebendigen Pflasters, 
was der erste Eindruck aus der Ferne verspricht

 


Auch im rechten Seitenbereich kommt man jetzt sauberen und trockenen Fußes bis zur Tür. 
Der Erdboden ist angeglichen, geglättet und eingesäht worden.

 


Im rückwärtigen Bereich der Heizzentrale wurden Erdarbeiten ausgeführt. 
Auch hier sieht es jetzt ordentlich aus und das Gras beginnt auch schon zu sprießen.

awiso, 21.09.2011

"Weißt Du schon das Neueste?",

sprach mich Vorstand Karl Heine neulich so im Vorübergehen an und verkündete lächelnd: „Wir haben zwei neue Mitarbeiter auf der Biogasanlage!“ Da war meine Neugier geweckt: Auf zur Biogasanlage und nachsehen!

Als Erstes fiel mir ein scheinbar leerer Gitterkäfig auf, der vor dem Gärrestelager beim Eingang stand, hm....welchen Zweck könnte der wohl erfüllen?

Komisch, die Angestellten auf dem Gelände der Biogasanlage sahen genauso aus wie immer – kein neues Gesicht – hmm. Auf meine Nachfrage nach den neuen Mitarbeitern breitete sich auf den Gesichtern ein breites Grinsen aus und sie zeigten zu dem bewussten Gitterkäfig hin. „Was? Da drin?“ empörte ich mich innerlich. Aber beim Näherkommen – machte es plötzlich „Wuff! Wuff“ Und dann löste sich das Rätsel:


Die neuen Mitarbeiter saßen wirklich in bewusstem Gitterkäfig, der aus der Nähe doch ziemlich groß war und wedelten fröhlich mit dem Schwanz:

Die beiden belgischen Schäferhunde haben vier (schrecklich große) Pfoten und ein ausgesprochen quirliges Gemüt, d.h., sie stehen (einmal aus dem Zwinger gelassen) eigentlich fast nie still, wenn sie sollen und laufen ständig in verschiedene Richtungen und dann doch hintereinander her – wie junge Hunde das eben so machen.


Erstes öffentliches Auftreten für die homepage der BiWoK e.G.
Na, das müssen wir noch üben!


Außer den Mitarbeitern, so schien es mir, konnte keiner die beiden auseinander halten, 
bis ich das rote und das schwarze Halsband an den Hundewelpen entdecke. Sehr schlau!

Nach einer Weile wurden sie dann doch etwas ruhiger. "Das ist meine Chance", dachte ich! "Schnell auf den Auslöser drücken, bevor sie wieder aufspringen!!"


Hier gibt’s was zu schüffeln!


Haben die Menschen beim Frühstück vielleicht einen Krümel fallen gelassen? Ich habe immer Hunger.


Lefzen hochziehen und knurren klappt schon! Im Maul verbirgt sich eine beeindruckende Batterie spitzer Zähne. Wenn sie so groß sind, wie ihre Pfoten ahnen lassen, muss man sich wahrscheinlich höflich und gesittet benehmen und an die Öffnungszeiten halten, sonst könnten sie beleidigt sein!


Zum Abschluss des Foto-Shootings haben es die beiden fast kapiert 
und agieren fröhlich gemeinsam vor der Kamera.

Nun kennt Ihr sie auch, die neuen Mitarbeiter der BiWoK e.G. Sie arbeiten für Streicheleinheiten, Kost und Logis und befinden sich in der Ausbildung. Und sie sind ausgesprochen neugierig und gelehrig, das kann ich Euch versichern!

Es grüßt Euch Eure rasende Reporterin

awiso
26.08.2011

Erste Ernteerfolge!

Mitte Juli 2011

Es ist Mitte Juli und die Tomaten in meinem Garten beginnen zu erröten. Die Gärreste-Tomaten haben den leichten Wachstumsvorsprung beibehalten und kommen zuerst oben an der Decke des Tomatenzeltes an.

 
Links ist noch Luft nach oben (Pferdeäpfel-Tomaten) – rechts herrscht bald Platznot (Gärreste-Tomaten).

Auch in Sachen Reifung scheinen die mit Gärresten gedüngten Tomaten etwas flotter zu sein, denn es finden sich mehr errötende Früchte, als bei den Pflanzen im mit Pferdeäpfeln gedüngten Topf .

 
Die ersten roten Pferdeäpfel-Tomaten links und mehrere rote Gärreste-Tomaten rechts.

Eine Ernte der ersten Tomaten erbrachte links (Pferdeäpfel) 4 Stück und rechts (Gärreste) 9 Stück. Die Tomaten sahen so aus:


Die ersten Tomaten sind da (links Pferdeäpfel-, rechts Gärrestetomaten). Erster Ernteerfolg!

 

Ende Juli 2011 Anfang August 2011

Da die Pferdeäpfel-Tomaten noch nicht so weit waren, dass man einen vernünftigen Vergleich (Menge/Geschmack/Aussehen) machen konnte, musste ich zwischendurch schon mal eine kleine Hand voll (4 Stück) überreifer Gärrestetomaten ernten (bevor sie herunter fallen). Dann habe ich mein Tomatenzelt wieder in Ruhe gelassen – bis Anfang August. Dann waren genug rote Tomaten auf beiden Seiten vorhanden. Jetzt wird erst mal geerntet und geschaut.


Tomatenzelt vor der ersten Vergleichsernte (links Pferdeäpfel-Tomaten, rechts Gärreste-Tomaten)

 
Die Rispen im Vordergrund im Vergleich (Pferdeäpfel-Tomaten links und Gärreste-Tomaten rechts)


Tomatenzelt nach der ersten Vergleichsernte

 
Die Vergleichsernte in Schüsseln ergab 48 Pferdeäpfel -Tomaten in grüner und 
66 Gärreste -Tomaten in der gelben Schüssel

Wie man sieht, sind die Gärrestetomaten nicht nur eher reif geworden, der Tomatenertrag bei den G-Tomatenpflanzen (rechts, gelbe Schüssel) ist außerdem bei der ersten Vergleichsernte deutlich höher, als bei den Pferdeäpfel-Tomatenpflanzen (links, grüne Schüssel). Ich habe  bei den Pferdeäpfeln 48 Tomaten (davon 21 % geplatzte) und bei den Gärresten 66 Tomaten (davon 26 % geplatzte) geerntet.

 
Tomaten sortiert: oben geplatzte, in der Mitte haben sie noch gelbe Stellen und unten 
sind sie zweifelsohne rot (links Pferdeäpfel -Tomaten, rechts Gärreste -Tomaten.

Nun, dies kann sich ja immer noch ausgleichen. Möglicherweise tragen ja die Pferdeäpfel-Tomatenpflanzen länger Früchte, da sie später in die Gänge gekommen sind – die Zeit wird es erweisen.

Was mich aber auch interessierte, war der Geschmack der Tomaten. Also suchte ich mir in meinem Umfeld nette Tomatentester. Zunächst innerhalb meiner Familie (klar, ich habe auch mal probiert, aber nicht gewertet), später auch bei meinen Nachbarn.

 
Mein Jüngster probiert als Erster (links). Einige weitere ganz auf ihren Geschmackssinn konzentrierte Tomatentester durfte ich bei der Verkostung ablichten (siehe Folgebilder - in Krebeck kennt sie jeder). 
Insgesamt waren es 11 Tester.

Die Versuchspersonen wussten natürlich beim Geschmackstest nicht, welche Tomaten wie gedüngt bzw. in welcher Schüssel waren (das wusste nur ich) und konnten frei wählen, aus welcher der beiden Schüsseln sie zuerst probieren wollten. Aufgabe war, festzustellen, ob überhaupt ein Unterschied im Geschmack vorliegt und wenn ja, welche Tomate dem Tester persönlich besser schmeckt.

 
Hier hat fast die ganze um den Küchentisch versammelte Familie getestet.

Oft passierte beim Verkosten folgendes: Erste Tomate im Mund: „Oh, die ist gut!“ – nächste Tomate: „Oh, die ist noch besser!“ oder Erste Tomate im Mund: „Hm, ... lecker!“ – nächste Tomate: „ .... die erste ist besser!“ usw. Alle Tester haben ihre Aufgabe sehr ernst genommen (wie man sieht) und sich darüber hinaus über meine Gratis-Tomaten gefreut.

 
Hmm - ja ..... hmm - hmm ... "Die schmeckt mir besser". Noch mehr Tomatentester.

Die erste Vergleichsernte ergab dann bei 11 Testern mit 2 : 9 eine auch für mich überraschend klare persönliche Vorliebe für die Gärrestetomaten, wobei eine Testerin ihre Wahl ausführlicher, in etwa so begründet hat: „Diese sind etwas süßer, aber die anderen schmecken mir besser - tomatiger.“


2:9 für die mit Gärresten gedüngten Tomaten (rechts). 
Im Bild jeweils oben restliche ganze bzw. rote Tomaten, in der Mitte geplatzte Tomaten 
und unten das Ergebnis des Geschmackstestes 
(Sorry, die "2" auf dem Boden der linken Schüssel ist etwas krakelig geraten).

Soweit so gut! Ich erwarte die Ergebnisse der nächsten Ernten mit Spannung! Ihr auch? Mit dem 4. und letzten Teil dieser Serie wird es dann ein Fazit geben.

Die übrig gebliebenen Tomaten der ersten Vergleichsernte haben wir dann am Sonntag, den 7. August in einem Tomatensalat verarbeitet und auch etwas Zucchini von unserem Laubkomposter dazu geschnippelt. Womit mal wieder bewiesen wäre: „Am Schluss landen alle Tomaten im Salat!“ - Hat gut geschmeckt!


Alles Tomatensalat!

Es grüßt Euch Eure
rasende Reporterin

awiso

17. August 2011-08-07

Unsere in der Bioenergie Wollbrandshausen-Krebeck e.G. (BiWoK e.G.) genossenschaftlich organisierte Bürger-Biogasanlage am Krebecker Kreuz der B27 wurde für einen Dokumentarfilm des südkoreanischen Fernsehens gefilmt.

Der Drehtermin war durch Prof. Volker Ruwisch von der Hochschule Harz vermittelt und von dem in Deutschland lebenden Dolmetscher Herrn Tae Kun Kim (Familienname im Text jeweils unterstrichen) angefragt worden.

Ziel des Filmprojekts ist es, die südkoreanischen Zuschauer auf die Notwendigkeit der Nutzung Erneuerbarer Energien aufmerksam zu machen. In einem geplanten zweiteiligen Dokumentarfilm sind die Dreharbeiten in Deutschland hauptsächlich dem zweiten Teil gewidmet, der den Arbeitstitel trägt:

„Die Energie-Städte, die von der Autarkie träumen“

Vor diesem Hintergrund wurden Dreharbeiten und Interviews im Bioenergiedorf Jühnde sowie auf unserer Biogasanlage samt den externen Heizzentralen in Wollbrandshausen und Krebeck durchgeführt.

Am Vormittag des 15. Juli 2011 traf das Filmteam aus Süd-Korea dann putzmunter auf unserer Biogasanlage ein. 
Es bestand neben dem Dolmetscher Herrn Kim aus 3 weiteren Personen - dem Produzenten Herrn Jee-HyonKim, dem Kameramann Herrn Tae-Kun Kim und dem Assistenten Herrn Myoung-Kuk Han.

 
Karl Heine, Vorstandsvorsitzender der BiWoK e.G., begrüßte den Dolmetscher und 
den Produzenten der geplanten südkoreanischen Dokumentation über erneuerbare Energien.

Dann ging es sofort los. Dem Kameramann war es am liebsten, wenn auf der Biogasanlage Bewegung herrschte. Da an diesem Tag etliche Landwirte mit ihre Gespannen feste und flüssige Gärreste von der Anlage abholten, um sie als Dünger auf ihren Feldern auszubringen und den biologischen Kreislauf zu schließen, war das kein Problem.


Es war was los auf unserer Biogasanlage!

 
Produzent Herr Jee-Hyon Kim und Dolmetscher Herrn Tae Kun Kim
besprachen auf Deutsch vermittelte Anlagendetails und -besonderheiten 
immer wieder zwischendurch.


Das Filmproduktionsteam in Aktion – von links: Kameramann Herr Tae-Kun Kim, Assistent Herr Myoung-KukHan, 
Dolmetscher Herr Tae Kun Kim und Produzent Herr Jee-Hyon Kim.


Natürlich wurde unser Bauplakat abgefilmt. Bloß gut, dass es kurz zuvor auf aktuellen Stand
gebracht worden war. Warum? Seit Februar 2011 haben wir ja 6 BHKW anstelle von zuvor 5. 
Hierdurch haben sich etliche Zahlenwerte auf dem Plakat geändert.


Als BiWoK e.G. Mitarbeiter Raimund Helmrich die überhängende Silage im größten Silo 
per Radlader und einer Art daran montierter verlängerter Harke herabholte, 
waren Kameramann und Assistent samt technischer Ausrüstung auch bald dort.


Die Anlagen-BHKW waren ebenfalls lohnende Filmobjekte - und bei der Ausstrahlung der Doku 
im südkoreanischen Fernsehen dürften die Zuschauer auch deutlich hören, wie eifrig 
die beiden Gas-Ottomotoren-BHKW arbeiten und Biogas in Strom und Prozesswärme zur 
Fermenterbeheizung verwandeln (Verfahrenstemperaturbereich: thermophil bzw. mehr als 50°C).

Schließlich wurde Karl Heine zum Interview gebeten. Es war nicht ganz einfach, bei der regen Verkehrstätigkeit auf der Anlage einen halbwegs ruhigen Ort zu finden. Aber die große Garage des Hauptgebäudes bei der Wiegestation fand die Billigung des Aufnahmeleiters. 
Und nachdem Karl Heine verkabelt und so positioniert war, dass man im Hintergrund die Fermenter sehen konnte, ging es los.


Karl Heine stellt sich dem Interview

Die Fragen drehten sich um die allgemeine Erklärung des Funktionsprinzips sowie der Besonderheiten unserer Biogasanlage und um die Entwicklungsgeschichte des Bioenergie-Gemeinschaftsprojekts der Bioenergiedörfer Krebeck und Wollbrandshausen.


Vorstand Karl Heine antwortete geduldig und routiniert auf alle Fragen. 
Kleine Unterbrechungen der Aufnahmen oder Wiederholungen von Interview-Sequenzen 
dienten dazu, Gesagtes zu übersetzen oder Kameraposition und Licht zu optimieren. 
Die Aufnahmen sollten ja schließlich auch perfekt sein.

Nachdem die Dreharbeiten auf der Biogasanlage abgeschlossen waren, führte ich das Team noch zu den Heizzentralen in Wollbrandshausen und Krebeck und zu einem Aussichtspunkt auf dem Südhang des Höherberges mit gutem Blick zur Biogasanlage.


Aufnahmen der beiden Zündstrahl-BHKW in der Heizzentrale in Wollbrandshausen.

Am Nachmittag begleiteten die Filmer aus Südkorea dann auch die englischsprachige Führung der International Summer School der Hochschule Harz mit Prof. Volker Ruwisch und zahlreichen Studenten aus aller Welt.

Den Bericht zum Besuch der International Summer School der Hochschule Harz auf unserer Biogasanlage findet der geneigte Leser gesondert auf dieser homepage unter „Aktuelles“.


Dolmetscher Herr Tae Kun Kim stellt der Gruppe der International Summer School 
das Filmteam und den Zweck der Aufnahmen vor.


Nun war richtig Leben auf der Anlage (Treckergespanne fuhren hin und her und 
die Studenten, Prof. Ruwisch und ich wuselten zwischen den Fermentern herum) -
und der Kameramann war  - glaube ich - hoch zufrieden.


Vermutlich wird die International Summer School demnächst auch in Südkorea im Fernsehen zu sehen sein.

Das Filmteam hatte insgesamt etliche Filmsequenzen angefertigt und Informationen erfragt, aus denen sie den Dokumentarfilm zum Thema Erneuerbare Energien nach ihrer Heimkehr in Südkorea erarbeiten wollen.

Wir wünschen der südkoreanischen Bevölkerung viel Kreativität und Erfolg auf ihrem Weg zu Erneuerbaren Energien.

Biogasanlagen, Windräder und Fotovoltaikanlagen - so meine persönliche Meinung - besitzen ungleich weniger Gefahrenpotential als Kernkraftwerke. Wie wenig der Mensch die Atomtechnik in der Realität beherrscht, haben die Menschen in Japan und zuvor in Russland ja leidvoll erfahren müssen. Und sie werden die Folgen noch sehr lange Zeit zu verkraften haben. 

Außerdem sind Erneuerbare Energien, wie der Name schon sagt, nicht an die knapper werdenden fossilen (nicht erneuerbaren) Energieträger gebunden und zugleich umweltschonender als diese (durch Tanker- und Bohrinselunfälle ölverseuchte Meere, ölverseuchte Landschaften in Borgebieten, CO2-Bilanzen, Transportwege usw.). 

Müssten die Kosten der durch Atomkraftwerke, Endlagerung, Ölförderung und -transport usw. erzeugten Umweltschäden in die Bilanzen der Erzeuger fossiler und atomarer Energien angemessen mit einbezogen werden, wären wir schon unendlich viel weiter: 
denn:
Was mag wohl der generationenübergreifende ökologische Schaden (an Mensch und Natur) durch einen Atomunfall in seiner Gesamtheit kosten? Kann man das überhaupt in Zahlen fassen? 
Wie hoch mögen die Kosten der Meeresverseuchung durch monatelang austretendes Öl tief unterhalb einer verunfallten Ölplattform sein? Werden das vielleicht erst unsere Urenkel wirklich wissen?

Wir selbst haben 3 Kinder, bemühen uns um einen sparsamen Umgang mit Energie und sind sehr froh, dass die Bürger unserer beiden Orte Wollbrandshausen und Krebeck aus eigener Kraft eine gemeinsame Biogasanlage geschaffen haben. 
Das ist zwar von einer globalen Lösung noch Lichtjahre entfernt - aber man muss zuerst bei sich selbst beginnen und beharrlich sein. Sonne und Wind stellen ihre Energie reichlich und kostenlos zur Verfügung. Wir müssen sie ja eigentlich nur nutzen.

Wie heißt es doch so schön: 
„Wenn viele kleine Hände viele kleine Dinge tun, können sie die Welt verändern.“

In diesem Sinne grüßt Euch
Eure rasende Reporterin

awiso 1.08.2011