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Im Krebecker Adolf Heine Bürgerhaus hatte am Mittwoch den 6. Juli 2011 die Auftaktveranstaltung mit Informationen zum geplanten Bürger-Windpark-Projekt der Samtgemeinde Gieboldehausen stattgefunden

Am Mittwoch, den 6. Juli strömten an Erneuerbaren Energien Interessierte aus Samtgemeinde und Region in das schöne Bürgerhaus zu Krebeck. Gegeben wurde die Auftakt-Veranstaltung zum Projekt

„Mit Bürgerbeteiligung und Windenergie zu 100 % Erneuerbaren Energien
in der Samtgemeinde Gieboldehausen“,

zu der die Samtgemeinde gemeinsam mit der Energieagentur Region Göttingen e.V. eingeladen hatte.


Die Samtgemeinde sowie Frau Doreen Fragel (links) und Herr Winfried Binder (rechts) 
von der Energieagentur Region Göttingen e.V. hatten gemeinsam zu der Veranstaltung eingeladen.

Unsere beiden für die Bürger-Biogasanlage der „Bioenergie Wollbrandshausen-Krebeck e.G. (BiWoK e.G.)“ genossenschaftlich organisierten Bioenergiedörfer haben ja innerhalb unserer Samtgemeinde bereits klar gemacht, dass starke Dorfgemeinschaften gemeinsam Großes leisten können. Dieser erfolgreiche Ansatz sollte nun auch auf weitere Orte und andere Formen der Energieversorgung übertragen werden.

Die gemeinsame Informationsveranstaltung sollte dabei zeigen, welche Potentiale zur Umstellung der Energieversorgung auf Erneuerbare Energien in der Region stecken, wie man speziell mit Windenergie einen weiteren bedeutenden Anteil der Stromversorgung decken kann und wie durch Bürgerbeteiligung am Windenergieprojekt die Wertschöpfung der Region weiter gestärkt werden kann.

Kurz gesagt die Besucher der Veranstaltung waren aufgerufen, die Entwicklung von Bürgerwindkraftanlagen aktiv mitzugestalten.

Als kompetente Gastredner waren Herr Uwe R. Fritsche vom "Öko-institut e.V. (Darmstadt), Bereich Energie & Klimaschutz" und Jörg Klapproth vom Bürgerwindpark der "Windkraft Diemarden GmbH & Co. KG" nach Krebeck gereist.


Unser schönes Bürgerhaus hat es am liebsten, wenn es ordentlich voll ist. 
Und das war an diesem Abend der Fall ...


Herr Klaus-Dieter Grobecker (Samtgemeinde Gieboldehausen, Fachbereich Bauen und Wohnen), Herr Fritsche (Öko-Institut), Frau Fragel (Energieagentur Region Göttingen e.V.) und Samtgemeindebürgermeister Reinhard Grobecker in den Programmablauf vertieft.

Nachdem noch Tische und Stühle aus dem Nachbarzimmer dazu gestellt worden waren, um dem Besucherandrang gerecht zu werden, ging es unter der Moderation von BiWoK e.G.-Vorstandsvorsitzendem Karl Heine los.

Zunächst eröffnete Samtgemeinde (SG) - Bürgermeister Reinhard Grobecker die Informationsveranstaltung und begrüßte die Anwesenden aus der näheren und weiteren Region. Daran anschließend übernahm Frau Doreen Fragel von der "Energieagentur region Göttingen e.V." mit ihrem Vortrag

„Energieversorgung in Bewegung – gemeinsam zum Ziel“

den Einstieg in das Thema des Abends.


Samtgemeindebürgermeister Grobecker begrüßt die zahlreichen Gäste im gut besetzten Bürgerhaus.


Frau Fragel von der Energieagentur Region Göttingen e.V. führt mit ihrem Beitrag in das Thema des Abends ein.


Die übrigen Redner fanden zum Betrachten der Präsentation von Frau Fragel günstige Sitzgelegenheiten
in der Nähe von CDU-Samtgemeindebürgermeister-Kandidatin Frau Marlies Dornieden (hintere Bildmitte)

Schließlich erteilte Moderator Karl Heine (BiWoK e.G.) dem ersten Gastredner, Herrn Uwe R. Fritsche (Öko-Institut e.V.) das Wort.


Karl Heine, Vorstand der BiWoK, bei der Anmoderation

Sein Vortrag mit anschließender Diskussion zum Thema

100 % regenerative Energie für die Region – Überlegungen auf der Basis der Studie 
„Klimaschutz bis 2050. Vom Ziel her denken“

zeigte den heutigen Stand der Entwicklung sowie Prognosen für die Zukunft bis 2050 und gab Anregungen, mit welchen Maßnahmen die Umstellung der Energieerzeugung auf 100 % regenerative Energie in der Samtgemeinde zu bewerkstelligen ist.


Herr Uwe R. Fritsche bei seinem Vortrag

Die Vorträge von Herrn Fritsche und Frau Fragel wurden von den Zuhöhrern nach ergänzenden Informationen hinterfragt und rege diskutiert.


Herr Fritsche fand sowohl bei seinen Ausführungen ...


... als auch bei der Diskussion aufmerksame Zuhörer.

Leider musste Herr Fritsche bereits unmittelbar nach seinem Vortrag abreisen. Aber ohne Mettwurst lässt man im Eichsfeld ja keinen Gast nach Hause gehen. Und so konnte sich Herr Fritsche über seine "Windenergie-Mettwurst" freuen.

 
Moderator Karl Heine bedankt sich mit einer Eichsfelder Mettwurst bei Gastredner Herr Fritsche - und so sah sie aus.

Nach überleitenden Überlegungen des SG-Bürgermeister Reinhard Grobecker -

„Wo steht die Samtgemeinde Gieboldehausen und wo möchte sie hin?"

- sprach der 2. Gastredner des Abends, Jörg Klapproth vom Bürgerprojekt „Windkraft Diemarden GmbH & Co. KG“, zu seinen Erfahrungen und gab einen Erfahrungsbericht zum Thema Bürgerwindenergie ab.

Die Windkraft Diemarden  betreibt zurzeit 7 moderne Windkraftanlagen, die jährlich über 8 Mio kWh Strom erzeugen, der ins öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Diese Strommenge ermöglicht es, über 2.700 Haushalte bei einem durchschnittl. Verbrauch von 3.000 kWh mit Energie zu versorgen. Die Anlagen sind heute, nach 9 bzw. 7 Jahren schuldenfrei und arbeiten alle wirtschaftlich. Dies zeigt, dass eine wirtschaftlich rentable Nutzung von Windenergie auch an Binnenstandorten sehr gut möglich ist.


Herr Jörg Klapproth, Windkraft Diemarden GmbH & Co. KG, ebenfalls ein Bürger-Windpark, 
berichtet aus der Praxis

Mit seinem Vortrag

"Welche Aufgaben sind bei der Erstellung von Windkraftanlagen zu lösen?"

gab er erste Einblicke in die erforderlichen Rahmenbedingungen von Windenergienutzung und zeigte aus der Praxis heraus Möglichkeiten zur Errichtung und zum Betrieb von Bürgerwindkraftanlagen auf.

Danach ging es, wie man so sagt, ans „Eingemachte“:

Es wurde ausgiebig und teilweise auch kritisch und leidenschaftlich zum angedachten Bürgerwindpark der Samtgemeinde Gieboldehausen und dessen Rahmenbedingungen nachgefragt und diskutiert.

 


Die Diskussion zum Thema Windenergie innerhalb der SG Gieboldehausen nimmt Fahrt auf.


Frau Christel Wemheuer, Kreisrätin und Landratskandidatin des Landkreises Göttingen
beteiligt sich an der Diskussion.


Herr Herr Klaus-Dieter Grobecker (Samtgemeinde Gieboldehausen, Fachbereich Bauen und Wohnen) 
gibt Auskunft zu Untersuchungen des Milan-Brutverhaltens in der Region.


Auch das Team der Betreiber unseres schönen Bürgerhauses hörten aufmerksam zu, 
wenn es ihre Arbeit zuließ.

Erfrischend war während der Diskussionsrunde Frau Doreen Fragel, die den Spieß einfach umdrehte und (frei nach einer gewissen Kaubonbon-Werbung) in die Menge fragte (etwa so): „Was wollen Sie denn? Wollen Sie die Windenergie?“


Herr Klapproth geht auf Fragen aus dem Publikum ein und Frau Fragel will wissen, 
wie viel Potential für Erneuerbare Energien und das Windpark-Projekt der Samtgemeinde
denn eigentlich unter den Zuhörern des heutigen Abends steckt.

Nun, die Diskutierenden skandierten dann natürlich nicht: „Wir wollen den Bür-ger-wind-park! Wir wollen den Bür-ger-wind-park!“, aber man merkte doch, dass während der Veranstaltung ordentlich Wind in Form von deutlichem Applaus und nicht minder leidenschaftlichen Befürwortern der Erneuerbaren Energien aufkam.


Auch der Bürgermeister des Bioenergiedorfes Wollbrandshausen und 
2. Aufsichtsratsvorsitzender der BiWoK e.G. Georg Freiberg (Bildmitte) 
freut sich über das volle Bürgerhaus bei der Auftaktveranstaltung und das Interesse der Bürger.

Hierzu sei mir eine persönliche Anmerkung gestattet:

Es ist gut und wichtig, wenn sachlich kritische Einwände von Anfang an gehört und vernünftig bedacht bzw. abgeklärt werden, will man keinen Schiffbruch erleiden - aber man muss dennoch auch das Herz in die Hand nehmen und mutig etwas für die eigene Region und unsere Kinder wagen. Wie sagt das Sprichwort? "Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!"

Das beste Beispiel hierfür ist unsere Biogasanlage. Anfangs gab es da einige Klippen zu überwinden, an denen so mancher vielleicht hätte mutlos werden können. Aber es gab Menschen, die an das Projekt geglaubt, es nicht aufgegeben und neue Lösungen gefunden haben. Und heute? Die Biogasanlage steht! Jeder kann sie sich ansehen! Die angeschlossenen Haushalte sind im Winter warm und sparen auch noch dabei! Unsere beiden Bioenergiedörfer und die ganze Region profitierten von dieser Wertschöpfung, denn der Ertrag bleibt in der Region.

Und sicherlich richtig war auch die Annahme des SG-Bürgermeisters Grobecker bei seinen Ausführungen, dass es andere machen (Energiekonzerne), wenn wir es nicht selbst tun. Dann geben wir die Mitbestimmung am Projekt und den Nutzen davon aber aus der Hand und die Wertschöpfung verbleibt sehr wahrscheinlich nicht mehr in der Region.

Und genau in diese Kerbe schlug auch BiWoK e.G.- Vorstand und Bürgermeister Josef Sorhage, indem er seine ganze Persönlichkeit und Liebe zu seiner Heimat in die Waagschale warf und den offiziellen Teil des Abends leidenschaftlich mit dem bewiesenen Erfolgskonzept unserer Biogasanlage schloss: „Wir können es schaffen, aber wir müssen es wollen!“


Der Krebecker Bürgermeister Josef Sorhage spricht die Schlussworte
mit Sachverstand, Leidenschaft und viel Herz für die Menschen der Region.


Nach Abschluss des offiziellen Teils (Vorträge) bekam auch der 2. Gastredner des Abends, Jörg Klapproth, als Dankeschön eine Eichsfelder Mettwurst mit Windrat überreicht, über die er sich sichtlich freute.

Anschließend wurden Listen ausgelegt, in die sich Interessierte eintragen konnten. Wer Interesse hatte, nach den Sommerferien an einer Arbeitsgruppe mitzuarbeiten, konnte dies zusätzlich darin vermerken. 
Insgesamt haben sich an diesem Abend von etwa 220 Anwesenden rund 60 Personen eingetragen.


Auch nach der Veranstaltung beschäftigt das Gehörte die Zuhörer und etliche 
tragen sich bereits in die ausliegenden Listen ein.


Der mit Abstand jüngste Zuhörer an diesem Abend war übrigens unser jüngster Sohn, der sich schon seit Jahren für alles, was mit Strom und Energie zu tun hat, interessiert und der zum Thema "Erneuerbare Energien" natürlich zu Hause viel von seinem Papa Josef hört, schon mehrfach auf der Biogasanlage war und mir beim Schreiben der Berichte für die homepage der BiWoK e.G. schon mal über die Schulter guckt ... - aber ob er wirklich begreift, warum wir Erwachsenen uns so für die Energiewende einsetzen und welche unmittelbare Bedeutung das auch für sein Leben haben wird? Ich hoffe es.

Na, mal sehen, wie es nach den Sommerferien weitergeht -  
Es grüßt Eure rasende Reporterin

awiso, 8.07.2011

Anlage Energieversorgung in Bewegung–gemeinsam zum Ziel (Doreen Fragel, Energieagentur) zum Download (640 KB, PDF)

Anlage Erfahrungsbericht Bürgerwindenergie (Jörg Klapproth, Windkraft Diemarden) zum Download (1161 KB, PDF)

Anlage Klimaschutz bis 2050 - vom Ziel her denken (Uwe R. Fritsche, Ökoinstitut) zum Download (1039 KB, PDF)